SFL-Schutzkonzept «COVID-19»

Am 18. September 2020 beginnt die neue Saison 2020/21. Damit der Spielbetrieb der Swiss Football League (SFL) sichergestellt werden kann, muss jeder Klub bis zum Saisonstart ein Stadionschutzkonzept erarbeiten. Die SFL unterstützt die Klubs mit dem eigenen SFL-Schutzkonzept und einem detaillierten Leitfaden.

Aufgrund des Coronavirus waren Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen in der Schweiz seit dem 28. Februar 2020 verboten. An seinen Sitzungen vom 12. August und 2. September 2020 entschied der Bundesrat, Grossveranstaltungen ab dem 1. Oktober 2020 wieder zu erlauben. Anstelle einer absoluten Obergrenze müssen risikobasierte und auf die Anlässe abgestimmte Schutzkonzepte mit strengen Schutzmassnahmen erarbeitet werden, die durch den Kanton bewilligt werden müssen.

Übergeordnetes SFL-Schutzkonzept
Im Nachgang zu den Entscheiden des Bundesrats und im Hinblick auf den Start in die neue Saison 2020/21 überarbeitete die Swiss Football League (SFL) das eigene, bereits bestehende «Schutzkonzept COVID-19 für den Trainings- und Spielbetrieb». Es bildet die Grundlage für die nun geforderten klubspezifischen Stadionschutzkonzepte.

Das übergeordnete SFL-Konzept verfolgt das Ziel der möglichst einheitlichen Umsetzung der geforderten Schutzmassnahmen an allen Spielorten und enthält medizinische und organisatorische Vorgaben, die von den Klubs zwingend eingehalten werden müssen. Dazu gehören die generelle Maskenpflicht in allen Stadionbereichen, die Schliessung der Gästefansektoren in beiden Ligen sowie der temporäre Verzicht auf Stehplätze in der Raiffeisen Super League.

Die Verantwortung für die Umsetzung der im vorliegenden SFL-Schutzkonzept festgelegten Vorgaben liegt bei den SFL-Klubs. Die Nichteinhaltung der Schutzmassnahmen kann Disziplinarmassnahmen nach sich ziehen. Deshalb wurden zusätzlich die Kontrolle der Einhaltung der Massnahmen und die Ahndung von Regelverstössen ins Konzept aufgenommen.

Die wichtigsten Punkte des SFL-Schutzkonzepts

Zielsetzungen
Die Massnahmen im vorliegenden SFL-Schutzkonzept verfolgen die folgenden Zielsetzungen: Die Verbreitung der Krankheit COVID-19 zu verhindern und Übertragungsketten zu unterbrechen, die Risikominimierung einer Infektion mit dem Coronavirus, die Vermeidung, dass enge Kontaktpersonen von infizierten Personen in Quarantäne gesetzt werden (gilt insbesondere für Spieler/Staffmitglieder/Offizielle), und schliesslich die Sicherstellung des Spielbetriebs.

Anwendungsbereich und Form
Das SFL-Schutzkonzept enthält medizinische und organisatorische Vorgaben für den Trainings- und Spielbetrieb der SFL-Klubs, welche diese zwingend einhalten müssen. Das Komitee der SFL erlässt das verbindliche SFL-Schutzkonzept im Rahmen einer Richtlinie, gestützt auf Artikel 2bis des Sicherheitsreglements der SFL. Das Komitee kann das Schutzkonzept zur Sicherstellung des Spielbetriebs oder gestützt auf behördliche Auflagen jederzeit entsprechend anpassen.

Verantwortung
Die Verantwortung für die Umsetzung der im SFL-Schutzkonzept festgelegten Vorgaben liegt bei den SFL-Klubs. Jeder SFL-Klub ist dafür verantwortlich, dass das SFL-Schutzkonzept und das Schutzkonzept des Klubs für den Trainings- und Spielbetrieb allen Personen, die für die Organisation und Durchführung des Trainings- und Spielbetriebs notwendig sind, zugestellt werden.

Sanktionierung
Die Nichteinhaltung der im SFL-Schutzkonzept festgelegten Vorgaben kann Disziplinarmassnahmen nach sich ziehen.

Risikogruppen/Krankheitssymptome/Hygiene- und Verhaltensregeln
Gemäss BAG.

Maskenpflicht
In der gesamten Trainings- und Stadioninfrastruktur sowie in Mannschaftsbussen und/oder in Fahrzeugen (bei mehr als 1 Person) gilt für alle Personen die Maskenpflicht. Ausnahmen sind unter Punkt 5.3. des Schutzkonzepts abschliessend genannt.

Invididuelles Stadionschutzkonzept der Klubs/Stadionbetreiber
Jeder Klub/Stadionbetreiber muss für seine Heimspiele zusätzlich ein Stadionschutzkonzept für die Zuschauer erstellen und umsetzen, welches den kantonalen Vorgaben und Auflagen entspricht. Das Stadionschutzkonzept wird die Grundlage für eine Bewilligung für Spiele mit mehr als 1000 Personen sein. Die SFL hat zusätzlich einen Leitfaden für das Stadionschutzkonzept des Klubs erstellt, in welchem Themen aufgeführt sind, die vom Klub oder vom Betreiber der Stadioninfrastruktur geklärt und vorbereitet werden müssen. Das indiviuelle Stadionschutzkonzept muss der SFL zugestellt werden.

Verantwortliche Personen
Die Verantwortung für die Umsetzung der Schutzkonzepte liegt beim jeweiligen Klub. Jeder Klub hat für die folgenden drei Funktionen eine verantwortliche Person zu bezeichnen: COVID-19 Officer (CO), COVID-19 Medical Officer (CMO) und COVID-19 Team Officer (CTO). Die Personen stellen sicher, dass die Vorgaben im Schutzkonzept umgesetzt werden. Die Personen sind der SFL zu melden.

Personen-/Präsenzliste
Der Heimklub muss für jedes Training und für jedes Spiel eine Personen-/Präsenzliste führen, unterteilt nach Personengruppen, damit Personen zur Nachverfolgung von möglichen Infektionsketten eruiert werden können (Contact Tracing). Dabei gilt es insbesondere, enge Kontakte zwischen Personen zu dokumentieren. Enge Kontakte zwischen Personen müssen auf Aufforderung der Gesundheitsbehörde während 14 Tagen ausgewiesen werden können. Behördliche Anordnungen des jeweils zuständigen Gemeinwesens gehen vor.

Personengruppen
Die Personen werden in drei Gruppen eingeteilt: rot (Spieler, Staff, Offizielle), orange (Spielorganisation am Spielfeldrand, TV-Produktion) und gelb (Spielorganisation Tribüne, Medienschaffende, Klubvertreter, Gäste). Für den Zutritt ins Stadion müssen die Personen der drei Personengruppen verschiedene Voraussetzungen erfüllen und sich zwingend an die übergeordneten Grundsätze halten

Klinische Untersuchungen
Der CMO (oder eine vom ihm beauftragte Person) des Klubs führt eine tägliche, engmaschige, klinische Kontrolle der Spieler und der Staffmitglieder durch. Diese Kontrollen beinhalten das Abfragen von Befindlichkeiten und Krankheitssymptomen sowie eine Fiebermessung. Die Befunde sind zu dokumentieren.

PCR-Tests
Vor dem Saisonstart müssen sich alle Spieler und Staffmitglieder der 1. Mannschaft sowie alle Personen des Klubs, die in regelmässigem Kontakt mit Spielern und Staffmitgliedern der 1. Mannschaft stehen, zwingend einem PCR-Test unterziehen. Das Testergebnis muss spätestens 12 Tage vor dem ersten offiziellen SFL-Meisterschaftsspiel vorliegen. Alle Personen, welche nach der oben genannten Frist neu zum Team stossen, müssen ebenfalls einmalig getestet werden. Gemäss den aktuellen Empfehlungen des BAG werden während der Saison keine vorsorglichen, systematischen PCR-Tests vorgeschrieben.

Geschlossene Räumlichkeiten
In allen geschlossenen Räumlichkeiten gilt die Maskenpflicht (Ausnahmen unter Punkt 5.3.). Die Aufenthaltsdauer soll auf ein Minimum reduziert werden. Im Idealfall werden die Personen auf mehrere Räumlichkeiten verteilt oder die Nutzung erfolgt gestaffelt.

Stadion
Das Stadion wird in vier Zonen unterteilt, damit eine Trennung der verschiedenen Personengruppen bestmöglich koordiniert und die entsprechenden Sicherheits- und Schutzmassnahmen spezifisch umgesetzt werden können:
- Kabinenbereich (Personengruppe rot)
- Stadioninnenraum (rot/orange)
- Tribünenbereich (gelb)
- Stadionaussenbereic

Zuschauerkapazität
Die Anzahl Personen, die Zutritt in die Zone 3 (Tribünenbereich) hat, richtet sich nach den entsprechenden nationalen oder kantonalen Vorgaben.

Gästefansektor
Der Gästefansektor bleibt für Gästefans geschlossen. Er kann als Sektor für die Zuschauer des Heimklubs verwendet werden.

Stehplätze
In den Stadien der Raiffeisen Super League sind keine Stehplätze erlaubt. Den Zuschauern sind nummerierte Sitzplätze zuzuweisen. Die Nutzung der Sitzplätze richtet sich nach den nationalen oder kantonalen Vorgaben. In den Stadien der Brack.ch Challenge League sind Stehplätze grundsätzlich erlaubt. Eine Nutzung von Stehplätzen richtet sich jedoch nach den nationalen oder kantonalen Vorgaben.

Ballkids / Spielbälle
Allen Ballkids sind Einweghandschuhe zur Verfügung zu stellen. Die Spielbälle dürfen nur mit den Handschuhen berührt werden. Die Ballkids bleiben auf ihren Positionen und vermeiden jeglichen Kontakt zu den Spielern. Sie müssen sich vor dem Spiel, in der Pause und nach dem Spiel die Hände desinfizieren. Die Spielbälle sind vor dem Spiel, in der Halbzeit und nach dem Spiel zu reinigen und desinfizieren.

Ausrüstungskontrolle / Walk-In / Line-Up
Die Ausrüstungskontrolle durch einen Schiedsrichter-Assistenten ist gestaffelt im Freien durchzuführen. Alternativ kann die Kontrolle auch an der Garderobentür erfolgen. Nach der Ausrüstungskontrolle begeben sich die Spieler direkt aufs Spielfeld bzw. in ihre Technische Zone. Auf einen gemeinsamen Walk-In wird verzichtet. Das Einlaufen der Teams erfolgt ohne Begleitung durch Kinder. Auf Handshakes wird verzichtet. Für die Platzwahl begeben sich nur die beiden Spielführer zum Schiedsrichter. Die Platzwahl wird wie üblich vor dem Line-Up-Element durchgeführt.

Während des Spiels
Auf dem Spielfeld gelten während der laufenden Partie keine besonderen Regelungen, mit Ausnahme folgender Bereiche:

Torjubel / Ein- und Auswechslungen / Spielende
Beim Torjubel, bei Ein- und Auswechslungen sowie nach Spielschluss sind intime Berührungen wie Umarmungen oder Küsse, Shakehands oder das Abklatschen mit offener Hand untersagt. Ein Körperkontakt kann mit der Faust, dem Ellenbogen oder mit den Füssen erfolgen. Ansammlungen im Spielertunnel und in den Katakomben müssen vermieden werden.

Trikottausch
Ein Trikottausch vor, während oder nach dem Spiel ist untersagt. Es dürfen auch keine Trikots an Zuschauer verschenkt werden.

Trainingsorganisation
Im Idealfall werden für den Trainingsbetrieb die Garderoben und die Duschen nicht genutzt. Die Spieler und die Mitglieder des Betreuerstabs kommen in ihrer Trainingskleidung zur Trainingsinfrastruktur und gehen nach Trainingsende direkt wieder nach Hause. Jede Trainingseinheit und die Namen der dabei anwesenden Spieler/Mitglieder des Betreuerstabs müssen dokumentiert werden. Die Trainingseinheiten sollen, wenn immer möglich, im Freien durchgeführt werden.

Testspiele
Die Austragung von Testspielen gegen andere Mannschaften sind nur unter Einhaltung des vorliegenden Schutzkonzepts erlaubt.

Head of Safety & Security / Covid-19 Officer

Dominique Huber

Tel.: +41 31 552 18 00
E-Mail

Head of Communications

Philippe Guggisberg

Tel. direkt: +41 31 552 18 10
Mobile: +41 76 582 22 58
E-Mail

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