SFL startet Prozess zur Überprüfung der Liga-Formate

Die SFL überprüft in den kommenden Monaten in einem transparenten Prozess die Struktur der beiden höchsten Ligen und deren Spielmodus. In einem ersten Schritt erfolgt eine ausführliche Daten-Analyse. Anschliessend werden die Werte und Berechnungen mit allen Anspruchsgruppen diskutiert. Bei dieser Arbeit wird die SFL von der Consulting-Firma Hypercube aus Holland unterstützt.

Seit 2003 nehmen zehn Klubs an der Meisterschaft der Raiffeisen Super League teil. Auch in der Brack.ch Challenge League besteht die Meisterschaft seit fünf Jahren aus zehn Mannschaften. Die Struktur der beiden Ligen und auch deren einfacher Modus haben mitgeholfen, die sportliche Qualität des Schweizer Spitzenfussballs zu verbessern. Resultat war unter anderem der 12. Platz in der UEFA-5-Jahreswertung und die damit verbundenen direkten Startplätze für die Gruppenphase der UEFA Champions League und der UEFA Europa League. 

Nach 14 bzw. 5 Jahren ist es aber an der Zeit, die Struktur und den Spielmodus zu hinterfragen und zu analysieren. Neben der sportlichen Komponente sollen die Wettbewerbe insbesondere für Zuschauer und Sponsoren möglichst attraktiv sein und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen.

Aus diesen Gründen analysiert die SFL in den kommenden Monaten in einem transparenten Prozess die aktuellen Ligaformate und die Spielformen der beiden höchsten Schweizer Fussball-Ligen. Begleitet wird die SFL bei dieser Arbeit von der holländischen Consulting-Firma Hypercube, die unter anderem bereits für die UEFA, die belgische, die holländische, die dänische und die österreichische Liga tätig war. Das gemeinsame Vorgehen sieht einen zweistufigen Prozess vor. 

Daten-Analyse und wiederholte Treffen mit Anspruchsgruppen
In einem ersten Schritt wird die eingehende Daten-Analyse vorgenommen. In die Datenbank wird alles eingespeist, was für die Zukunft des Schweizer Fussballs von Bedeutung sein könnte. Dazu gehören Statistiken, internationale Vergleiche, Anspielzeiten, Zuschauerzahlen, finanzielle Rahmenbedingungen und der von der Firma Hypercube entwickelte Euro Club Index (ECI), der Woche für Woche die Stärken der europäischen Klubs hochrechnet. 

In ersten Treffen mit zahlreichen Anspruchsgruppen wie Klubvertretern, Spielern, Fans, SFV/SFL, Sponsoren, TV-Partnern, Behördenvertretern, Journalisten und Wissenschaftlern werden zusätzliche Inputs für diese Analyse eingeholt. Im zweiten Schritt des Prozesses findet die ausführliche Diskussion und Bewertung der Berechnungen in den verschiedenen Anspruchsgruppen statt.

Prozess dauert rund sechs Monate

Am Ende des voraussichtlich rund sechs Monate dauernden Prozesses wird sich zeigen, ob die bisherige Struktur und der Modus den Ansprüchen der verschiedenen Anspruchsgruppen an die Zukunft des Schweizer Fussballs genügen, oder ob den Klubvertretern anlässlich einer Generalversammlung anhand objektiver Parameter (sportliche Aspekte, Terminplan, Stadion-Zuschauer, TV-Konsumenten, Einnahmen, Fairness usw.) andere Varianten unterbreitet werden sollen.

Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League ist überzeugt: «Ein Liga-Format zu diskutieren und allenfalls zu verändern, ist ein sehr heikler Prozess und bedingt eine genaue Analyse der vorliegenden Daten sowie der Einbezug aller Anspruchsgruppen. Wir freuen uns sehr, in einem für alle transparenten Prozess das Kernstück der Swiss Football League, nämlich die zwei Meisterschaften Raiffeisen Super League und Brack.ch Challenge League, zu analysieren und unsere Schlüsse daraus zu ziehen. Mit Hypercube konnten wir einen Partner mit einem hervorragenden Ruf gewinnen. Wir sind deshalb sehr zuversichtlich, den Klubs in etwa sechs Monaten eine klare Auslegeordnung mit ebenso klaren Vorschlägen präsentieren zu können.»

Die aktuelle Situation
Seit der Saison 2003/04 nehmen zehn Klubs an der Meisterschaft der höchsten Spielklasse im Schweizer Fussball teil. In einer Doppelrunde mit zwei Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Klub wird in der Raiffeisen Super League (RSL) der Schweizer Fussballmeister, die Teilnehmer an den europäischen Wettbewerben sowie der Absteiger in die zweithöchste Liga erkoren.

In der Brack.ch Challenge League (BCL) kommt seit der Spielzeit 2012/13 für den Aufstieg in die RSL und den Abstieg in die Promotion League der gleiche Spielmodus mit zehn Klubs zur Anwendung wie in der höchsten Liga. In den Jahren 2003/04 bis 2011/12 bildeten zwischen 16 und 18 Klubs die zweithöchste Liga, die eine Einfachrunde mit je einem Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden Gegner bestritten.