VAR verhinderte 36 Fehlentscheidungen

  • In den 182 Spielen der ersten Saison führten die VAR in Volketswil total 1064 Checks durch. (SFL)

Auf die Saison 2019/20 hin führten die Swiss Football League (SFL) und der Schweizerische Fussballverband (SFV) nach neunmonatiger Vorbereitung in der Raiffeisen Super League den Video Assistant Referee (VAR) ein. Nach 182 Spielen in einer aussergewöhnlichen und herausfordernden Spielzeit kann ein sehr positives Fazit gezogen werden.

Nach der Premierensaison ziehen die SFL und der SFV, die gemeinsam für die Umsetzung des ambitionierten Projekts verantwortlich waren, ein durchwegs positives Fazit. «Nach eingehender Analyse von 180 Meisterschaftsspielen und der Barrage können wir festhalten, dass in 36 Fällen dank des VAR ein klarer und offensichtlicher Fehler verhindert werden konnte», sagt Dani Wermelinger, Leiter Ressort Spitzenschiedsrichter beim SFV. «Diese Situationen wären ohne die Unterstützung aus dem Video Operation Room (VOR) in Volketswil falsch bewertet worden und hätten im schlechtesten Fall zu einem anderen Ergebnis geführt. Damit lässt sich eindeutig belegen, dass der Fussball in der Schweiz durch die Arbeit des VAR gerechter und fairer geworden ist.»

Für die Schiedsrichter und VAR brachte der coronabedingte Unterbruch und die intensive Phase nach dem Restart der Meisterschaft grosse Herausforderungen mit sich. «Ähnlich wie die Spieler mussten auch die Schiedsrichter nach längerer Pause auf den Punkt wieder für ihre fordernde Arbeit auf den Platz und im VOR bereit sein. Das ist ihnen sehr gut gelungen und ich möchte allen Unparteiischen für diese intensive Zeit ein Kränzchen winden. Mit ganz wenigen Ausnahmen haben sie in dieser herausfordernden Zeit unter aussergewöhnlichen Bedingungen mit sehr hoher Belastung einen super Job gemacht», so Wermelinger.

Stabile und performante Technik
Neben der Schiedsrichterarbeit beinhaltet das VAR-Projekt auch einen grossen technischen und organisatorischen Part. Für das perfekte Zusammenspiel der zahlreichen involvierten Parteien zeichnet der VAR-Gesamtprojektleiter Reto Häuselmann verantwortlich. Auch aus seiner Perspektive ist die erste Saison eine Erfolgsgeschichte: «Dank der umfangreichen und professionellen Vorbereitung liefen die komplexen Prozesse vom ersten Spieltag an ohne Probleme ab und die Technologien der verschiedenen Partner sorgen für einen reibungslosen Ablauf.»

Während 36 Meisterschaftsrunden und 2 Barrage-Spielen kam es mit Ausnahme eines Verbindungsproblems während einigen Minuten in der Runde 30 in Thun zu keinen nennenswerten technischen Problemen. «Ab dem 19. Juni 2020 absolvierten wir ein Drittel der gesamten Meisterschaft innert sieben Wochen, nachdem auch der VAR vier Monate lang stillgestanden war. Dies beweist, dass die Abläufe, die Organisation und die Technik stabil und performant sind. Darauf können wir stolz sein», erklärt Reto Häuselmann, der es nicht unterlässt, allen involvierten Partnern seinen Dank auszusprechen. «Die technischen Dienstleister haben ebenfalls einen grossen Effort geleistet und am Ende haben alle Räder ausgezeichnet ineinandergegriffen.»

VAR-Statistik der ersten Saison
In den 182 Spielen der ersten Saison führten die VAR in Volketswil total 1064 Checks durch (56% Goal Decision, 26% Penalty Decision, 18% Red Card Incident, 2 Checks Mistaken Identity). Das sind etwas weniger als 6 Überprüfungen pro Partie. Diese Zahl ist deshalb so hoch, weil jedes Tor, jeder Penalty-Entscheid und jeder Platzverweis vom VAR automatisch im Hintergrund überprüft wird.

Erachtet der VAR einen Entscheid als klar und offensichtlich falsch, empfiehlt er dem Schiedsrichter auf dem Platz einen Review. In 36 Fällen folgte der Schiedsrichter der Empfehlung des Videoschiedsrichters (17 Goal Decisions, 14 Penalty Decisions, 4 Red Card Incidents, 1 Mistaken Identity). Somit konnte in jedem fünften RSL-Spiel ein klarer und offensichtlicher Fehlentscheid korrigiert werden.

Fazit von Dani Wermelinger
«Diese Zahlen sind erfreulich und belegen die Wichtigkeit des VAR für unseren Fussball. Die Qualität der Entscheide ist sehr hoch, die VAR haben sich an unsere Weisungen gehalten und zurückhaltend eingegriffen und die Überprüfungen nehmen sehr wenig Zeit in Ansprung. Wir sind uns aber bewusst, dass auch die zweite Saison mit dem VAR sehr anspruchsvoll werden wird. Entsprechend dürfen wir uns an der aktuellen Situation sicherlich freuen, müssen aber weiterhin demütig bleiben. Wir werden versuchen, uns punktuell weiter zu verbessern und interne Abläufe zu optimieren. Klares Ziel der nächsten Saison muss es sein, keine verpassten Eingriffe mehr zu haben.»

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