Stellungnahme der Swiss Football League

Der Bundesrat verschärft die Massnahmen im Kampf gegen die Bewältigung der Covid-19-Pandemie und schränkt Grossveranstaltungen wieder massiv ein. Der SFL ist bewusst, dass der Senkung der Zahl der Neuinfektionen und der Entlastung des Gesundheitssystems höchste Priorität eingeräumt werden muss. Der Entscheid hat enorme negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation der SFL-Klubs. Dennoch setzt die Liga alles daran, den Spielbetrieb weiterzuführen.

Mit sofortiger Wirkung beschränkt der Bundesrat öffentliche Veranstaltungen aufgrund der epidemiologischen Situation wieder auf 50 Personen. Mit diesem erneuten Verbot des Besuchs von Fussballspielen wird der Fussball in der Schweiz weiterhin um seine wichtigste Einnahmequelle, die Einkünfte am Spieltag aus Ticketing, Catering und VIP-Kunden, gebracht.

Zudem steckten die Klubs in den letzten Wochen viel Energie in die Ausarbeitung der hochprofessionellen und von allen Seiten gerühmten Schutzkonzepte und nahmen dabei hohe Kosten in Kauf, zum Beispiel für bauliche Massnahmen. Nach nur wenigen Fussballspielen mit der höheren Zuschauerkapazität, bei denen keine einzige nachweisbare Covid-19-Ansteckung stattfand, sind die Klubs bereits wieder mit massiven Einschränkungen konfrontiert. Damit spitzt sich die finanzielle Situation der Klubs weiter zu.

Die SFL-Klubs sind seit März dieses Jahres mit fast komplett ausbleibenden Zuschauereinnahmen konfrontiert. Während in den ersten Monaten die Kurzarbeit half, Konkurse zu verhindern, sind die Klubs nun dringend auf die zinslosen Darlehen des Bundes angewiesen, die voraussichtlich ab dem Monat Dezember bezogen werden können. Damit sollte die kurzfristige Liquidität gesichert werden können. Falls die Situation länger andauert, müssten weitere finanzielle Hilfsmassnahmen ins Auge gefasst werden.

Spiele ohne Publikum sind eine existenzielle Bedrohung
Mittelfristig sind die Klubs aber zwingend darauf angewiesen, wieder Spiele vor Publikum austragen zu können. Ein länger andauerndes Verbot von Grossveranstaltungen stellt für die Klubs eine existenzielle Bedrohung dar. Die entsprechenden Schutzkonzepte für Spiele mit Publikum liegen vor und der Fussball kann auf Bestehendem und viel Erfahrung aufbauen. Für die Klubs ist es unabdingbar, eine Perspektive zu haben, wann das Verbot wieder gelockert werden kann.

Die Klubs sind nationales Kulturgut und durch ihre Aktivitäten gesellschafts- und gesundheitspolitisch höchst relevant. Die SFL-Klubs haben in diesem Sommer massiv weniger für Transfers ausgegeben und die Löhne wurden zumeist erheblich gesenkt. Sie haben somit ihren Teil zu einer der Situation angepassten Ausgabepolitik beigetragen.

Der Spielbetrieb wird weitergeführt
Trotz der Einschränkungen setzen die Liga und ihre Klubs alles daran, den Spielbetrieb in den Meisterschaften aufrechtzuerhalten. Die SFL ist überzeugt, auch unter diesen epidemiologisch schwierigen Bedingungen einen sicheren Spielbetrieb organisieren und den Menschen in einer Zeit mit massiven Einschränkungen Abwechslung bieten zu können.

Dabei ist die SFL aber dringend darauf angewiesen, dass beim Vorliegen von positiven Testergebnissen in einem Klub und bei konsequenter Einhaltung des Schutzkonzepts nicht die ganze Mannschaft unter Quarantäne gestellt wird, sondern sich die betroffenen Personen in Isolation zu begeben haben. Dies wurde vor Beginn der Saison von den zuständigen Stellen in diesem Sinne genehmigt. Die SFL hat mit der zusätzlichen Maskenpflicht in Fitnessräumlichkeiten und der Beschränkung auf vier Personen pro Tisch bei Mannschaftsessen das eigene Schutzkonzept an neuralgischen Punkten nochmals verschärft.

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