SFL macht unsichtbare Armut in der Schweiz zum Thema

Unter dem Motto «Fussball für alle» setzen sich 15 Klubs der Swiss Football League mit Unterstützung der Ligasponsoren und gemeinsam mit der Winterhilfe dafür ein, die unsichtbare Armut in der Schweiz sichtbarer zu machen. Über 100'000 Kinder in der Schweiz spüren die Folgen der Armut ihrer Eltern direkt und müssen auf vieles verzichten. Zum Beispiel das Fussballspielen im Verein.

Über 100'000 Kinder in der Schweiz sind von Armut betroffen; oft unsichtbar, da die Eltern alles dafür geben, dass ihr Kind unter dem finanziellen Notstand nicht leidet, ja diesen nicht einmal bemerkt. Zentralpräsident der Winterhilfe Schweiz und Alt-Bundesrat Samuel Schmid sagt: «Die Armut ist weitgehend unsichtbar, aber im Herzen der betroffenen Menschen spürbar, und das gibt das Gefühl, nicht dazu zu gehören.»

Gemeinsam machen die Swiss Football League und die Winterhilfe während der diesjährigen SFL-Themenwoche auf die unsichtbare Armut in der Schweiz unter dem Motto «Fussball für alle» aufmerksam. Denn die soziale Teilhabe ist gerade für Armutsbetroffene besonders wichtig. Die Winterhilfe bietet Unterstützung in finanziellen Notsituationen und dank dem Förderprogramm «Empowerment Kinder» können benachteiligte Kinder an Freizeitaktivitäten teilnehmen, die ihnen sonst aufgrund fehlender Finanzquellen verwehrt bleiben. Dazu gehört auch das Fussballspielen in einem Verein.

Profi-Spieler reisen in ihre Vergangenheit zurück

In kurzen Videobotschaften erzählen Schweizer Profi-Fussballer ihren Fans von ihren eigenen Kindheitserfahrungen beim Fussballspielen. Sie rufen zur Mithilfe auf, armutsbetroffenen Kindern, die Fussball spielen möchten, die integrative Wirkung des Fussballs erlebbar zu machen. Unterstützt wird die Botschaft durch lokale Aktionen an den jeweiligen Heimspielen der SFL-Klubs in Kooperation mit der Winterhilfe. Über www.fussball-ermoeglichen.ch wird ein persönliches Engagement der Fans möglich.

Die SFL-Themenwoche vom 2. bis 10. November 2019 findet zum vierten Mal statt und ist ein Engagement der Swiss Football League im Rahmen ihrer Bestrebungen im Bereich der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung. Claudius Schäfer, CEO der SFL, ist überzeugt: «Lässt sich die integrative Kraft des Fussballs so einsetzen, dass armutsbetroffene Kinder aus der sozialen Isolation befreit werden, nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung über das Spielgeschehen hinaus ernst.»

Armut in der Schweiz?
Armut bedeutet die Unterversorgung in den wichtigsten Lebensbereichen. Der im Wohnland übliche Lebensbereich kann nicht erreicht werden. Gemäss Bundesamt für Statistik (2019) sind in der Schweiz 675'000 Personen – darunter über 100'000 Kinder – von Armut betroffen. Armut hat viele Auswirkungen: Kein Geld für ein Trambillet, kein Geld für das Schwimmbad, kein Geld für ein Velo oder kein Geld für die Fussballschuhe. Besonders leiden darunter betroffene Kinder, die nicht nur eine höhere Krankheitsquote aufweisen, sondern durch die fehlenden Mittel sozial ausgegrenzt werden. Dabei ist es gerade die soziale Integration, die Kindern unterstützt Fähigkeiten und eine Persönlichkeit zu entwickeln, um der Vererbung von Armut zu entgehen, wie auch der emeritierte Professor und Armutsforscher Ueli Mäder in einem Videobeitrag der SFL-Themenwoche 2019 bestätigt: «Ein Kind, das in einer armutsbetroffenen Familie aufwächst, ist viel mehr gefährdet selbst auch wieder arm zu werden».

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