Rietiker nicht mehr GC-Präsident

  • Wer Nachfolger von Stephan Rietiker als GC-Präsident wird, ist noch offen. (freshfocus)

Nur neun Wochen nach seiner Amtsübernahme beim Grasshopper Club Zürich legt Präsident Stephan Rietiker sein Mandat wieder nieder. Grund für den Rückzug sind unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Klubs.

In einem Statement erklärte der Klub, die Zielvorstellungen des Verwaltungsratspräsidenten Rietiker und der beiden Hauptaktionäre seien divergent. Demnach wollte Rietiker den sofortigen Aufstieg mit grösseren Investitionen anpeilen, während sich die Aktionäre für ein deutlich kleineres Budget entschieden, das dem Klub ermöglichen soll, die sportlichen Ziele im Rahmen einer langfristigen Perspektive zu avisieren. Wer auf Rietiker folgt, ist noch nicht bekannt. Der Klub kündigte an, in Bälde über die neue Strategie, das Budget und das weitere Vorgehen zu informieren.

Rietiker, von Beruf Arzt, hatte den Posten beim Patienten GC erst Ende März angetreten. In der Meldung des Klubs wird er nun mit folgenden Worten zitiert: «Ich bin angetreten, um GC so schnell wie möglich wieder in die Super League zu führen. Den jetzt beschlossenen Plan könnte ich nicht glaubwürdig vertreten und habe mich deshalb entschlossen, die Aufgabe jemandem zu überlassen, der von diesem Vorgehen überzeugt ist.»

Auch Berater-Duo Heusler/Heitz weg
Der gleichen Ansicht wie Rietiker waren offenbar auch die vor fünf Wochen als externe Berater einbezogenen Bernhard Heusler und Georg Heitz. Wie der Blick meldet, legten die einstigen Basler Meistermacher ihr Mandat ebenfalls nieder. Heitz sagt dabei: «Für diese Strategie brauche es keine externen Berater.»

Dem Entscheid für die konservativere Strategie, die auch einen mittel- oder langfristigen Verbleib in der Brack.ch Challenge League einkalkuliert, gingen in den letzten Wochen angeblich intensive Diskussionen zuvor. Gegenüber den Aktionären betonte Rietiker schliesslich, dass er den Mehrheitsentscheid selbstverständlich akzeptiere. Es sei klar, dass es stets die Aktionäre seien, welche das letzte Wort haben und am Ende auch finanziell für einen solchen Entscheid geradestehen müssen.

Abstieg in die Zweitklassigkeit nach 70 Jahren
Die Grasshoppers blicken auf schwierige Jahre und Monate zurück. In der abgelaufenen Saison lief das Fass schliesslich an diversen Stellen über, es kam zu Eklats und beispiellosen personellen Rochaden. Unter anderem versuchten sich zwei Präsidenten, drei Trainer und 40 verschiedene Spieler. Im Mai gipfelte der Sinkflug im ersten Abstieg seit 70 Jahren.

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