Premiere für Perrier

  • Als bald 31-Jähriger erzielte Michaël Perrier die beiden Tore zum SLO-Sieg gegen den SC Kriens. Sein erstes - und nie erwartetes - Doppelpack seiner Karriere. (freshfocus)

Michaël Perrier - getreu seinem Image des unermüdlichen Arbeiters - hätte es nie gewagt, so etwas ins Auge zu fassen. Und doch ist es eingetreten: Zwei Tore im gleichen Spiel hat der Walliser geschossen. Entschlossen, und mit dem rechten Fuss, hat er jeweils abgedrückt. Und dies in seiner 311. SFL-Partie!

Mit dem für ihn atypischen Exploit steht Michaël Perrier praktisch sinnbildlich für eine ebenso überraschende wie irrationale Mannschaft: jene des FC Stade-Lausanne-Ouchy. Den Neuaufsteiger, der nun seit 7 Spielen ungeschlagen ist. Die Dreissig hat Perrier nun seit ein paar Monaten überschritten, aber sein Spiel, sein Verständnis vom Fussball, entwickelt er weiter. Der unermüdliche Rackerer im Schatten seiner Vorderleute erlaubt sich nun trotz seiner Rolle als Balleroberer einige offensive Freiheiten, die ihm von seinem umsichtigen Trainer Andrea Binotto auch ohne zu zögern zugestanden werden.

Und es zahlt sich aus. Für den Walliser und für die Waadtländer. Perrier fühlt sich in die Zeiten zurückversetzt, als seine offensiven Qualitäten beim FC Lugano noch als Flügelstürmer zur Geltung kamen. Er erzielte am vergangenen Samstag zum ersten Mal in seiner Karriere zwei Treffer in einem Spiel, die dann auch den 2:1-Erfolg von Stade-Lausanne-Ouchy gegen den SC Kriens besiegelten. «Ich hätte ein solches Doppelback niemals für möglich gehalten, schoss ich doch in der Regel jeweils ein Tor… pro Saison!» In seinen 310 vorherigen Einsätzen brachte es Perrier zu 11 Toren. «Und dann zwei Treffer gegen Kriens, und zwar mit rechts!» lacht er, der sich als «reinen» Linksfüsser sieht. «Ich bin gegen Kriens aber nicht zweimal im Sechzehner aufgetaucht und habe zweimal getroffen. Ich war des öftern in unsere Angriffe involviert, ohne etwas im Hinterkopf zu haben. Doch die Passqualität von Eleouet und Ndongo hat es mir ermöglicht», fügt er bescheiden an. Besonders sein zweites Tor war sehenswert, denn Perrier selbst war es, der den Angriff aus der eigenen Platzhälfte eingeleitet hatte.

» Die 2 Tore von Michaël Perrier (SLO) gegen den SC Kriens


Michaël Perriers unerwartetes Erfolgserlebnis ist symbolisch auch für eine irrationale Seite, die diesen FC Stade-Lausanne-Ouchy innewohnt. Seit 2012 und dem Antritt von Andrea Binotto auf der Trainerbank in der 2. Liga Inter, hat der Verein einen unaufhaltsamen Aufstieg hinter sich, ohne viel Aufhebens, ohne auffällige Transfers oder finanzielle Wagnisse. «Es ist Magisch», meint Michaël Perrier, der mehr mit seinem Zeitaufwand als mit dem Ball jongliert. Er steht im 2. Jahr seines Physiotherapie-Studiums an der HES-SO in Leukerbad. Dort wird er von Nicolas Mathieu betreut, einem Pionier in dieser Disziplin und aktueller Physiotherapeut der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. «Wir sind eine unglaubliche Gruppe von Freunden, mit einem tollen Teamgeist und viel Demut. Bei uns ist der 12., 13. oder 14. Spieler von seiner Bedeutung für das Team überzeugt. Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei. Ich sage aber auch unserem Trainer Bravo für seine aussergewöhnliche Arbeit!»

Binotto: «Unser Ziel? Das nächste Spiel… und weiter spielen!»
Wie analysiert dieser Coach den Saisonstart des Aufsteigers, der mit einem Punkt aus den ersten vier Runden schlecht gestartet war, bevor dann in fünf Runden 13 Punkte dazu kamen (4 Siege, 1 Unentschieden)? Die Auftritte im Helvetia Schweizer Cup inbegriffen ist SLO - wie sich der Klub auch selber nennt - nämlich seit sieben Spielen ungeschlagen. «Obwohl wir uns anfangs nicht zu belohnen vermochten, versuchten wir als Team zu bestehen und jeder Einzelne versuchte noch mehr Einsatz zu geben», so Andrea Binotto. «Le Pogam und Mfuyi brachten uns dann mehr defensive Stabilität. Dann wird alles einfacher, wenn Resultate kommen, die das Selbstvertrauen stärken.»

SLO belegt nun einen ausgezeichneten 4. Platz in der Brack.ch Challenge League und will seine Rolle als Störenfried und die Förderung der eigenen Werte fortsetzen. «Unser Ziel? Uns mit aller Kraft auf das nächste, komplizierte Spiel vom Sonntag in Vaduz konzentrieren… und weiter spielen! So haben wir die besten Chancen, unsere grossartige Serie fortsetzen zu können», meint der 48-jährige italienische Trainer, der auch der Bruder des Ferrari-Teamchefs Mattia Binotto ist. Vollgas liegt der Familie Binotto eben im Blut.

News

27.05.2020 - Dank des Geldes und der guten Kontakte von Präsident Gilbert Facchinetti und des Fachwissens von Trainer Gilbert Gress mauserte sich Neuchâtel Xamax in den 1980er-Jahren zum Schweizer Spitzenklub. Die...

25.05.2020 - Der FC Chiasso kratzt an einer neuen Rekordmarke: Die Tessiner haben nach 23 Runden bereits 35 verschiedene Spieler in der Brack.ch Challenge League eingesetzt. Kein anderes Team hat ein so breites Kader....

22.05.2020 - Im ersten Teil (Schweizer Klubs unserer Nati-Stars) hat fast ein Drittel aller Quiz-Teilnehmer (28 Prozent) die Höchstzahl von 12 Punkten erreicht. Ein starker Wert. Wir ziehen nun die Schrauben ein bisschen...

19.05.2020 - Nicht GC, Servette, Lausanne oder Basel - der erste Schweizer Fussballmeister des neuen Jahrtausends hiess überraschend FC St.Gallen. Der 1879 gegründete und damit älteste noch bestehende Fussballklub der...

18.05.2020 - Als einziger Offensivspieler der Raiffeisen Super League hat Francesco Margiotta in allen 23 Spielen der aktuellen Saison seinen Wert für den FC Luzern unter Beweis stellen können. Dabei zeigte sich der...

15.05.2020 - In der zweiten Hälfte der Saison 2019/20 spielen aktuell 32 Schweizer Spieler regelmässig in einem Team der europäischen Big-5-Ligen in England, Deutschland, Spanien, Frankreich oder Italien. Viele von ihnen...

13.05.2020 - Der Bundesrat hat die finanziellen Eckpunkte für ein Stabilisierungspaket für Darlehen in der Höhe von 350 Millionen Franken für den Betrieb der Fussball- und Eishockeyligen festgelegt. Die SFL zeigt sich...

13.05.2020 - Auf die Saison 1941/42 war mit der Aufstockung der National-Liga von 12 auf 14 Mannschaften ein neues Spielklassensystem eingeführt worden. Und gleich in der ersten Austragung landeten zwei Klubs punktgleich...

12.05.2020 - Das Publikum hat die Abwehr von Thun-Goalie Guillaume Faivre im Spiel gegen Neuchâtel Xamax FCS zur schönsten Torhüter-Parade der Saison 2019/20 gekürt. Der Romand setzte sich im Wettbewerb «Big Save» gegen...

11.05.2020 - Er ist einer von drei Goalies mit Jahrgang 2000, die in dieser Saison in der Swiss Football League im Einsatz stehen: der gebürtige New Yorker Nicholas Ammeter. Der Torhüter des FC Aarau ist der jüngste aus...