Positive Halbzeitbilanz für den VAR in der Schweiz

  • Dank dem VAR konnten in der ersten Saisonhälfte 2019/20 insgesamt 21 Fehlentscheide korrigiert werden. (SFL)

Nach 18 Runden ziehen die Swiss Football League und der Schweizerische Fussballverband (SFV) ein sehr positives Fazit zur Einführung des Video Assistant Referees (VAR) in der Raiffeisen Super League. In 90 Spielen der ersten Saisonhälfte wurden 21 Fehlentscheide korrigiert.

Während neun Monaten hatte sich das Projektteam der SFL und des SFV intensiv mit der Ausbildung der Videoschiedsrichter und dem Aufbau der erforderlichen technischen Infrastruktur befasst. In Rekordzeit wurden alle Vorgaben und Anforderungen des International Football Association Board (IFAB) erfüllt, wodurch die VAR-Einführung zum Start der Saison 2019/20 in der Raiffeisen Super League (RSL) möglich wurde.

Ausbildung, Technik und Zurückhaltung
Nach 18 Runden ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit. «Wir sind sehr zufrieden mit der Einführung des VAR in der Schweiz», sagt Dani Wermelinger, Leiter Ressort Spitzenschiedsrichter beim SFV. In seinen Augen gibt es dafür verschiedene Gründe: «Die Basis für die erfolgreiche Umsetzung liegt in der intensiven Ausbildung unserer Schiedsrichter. Diese wurde gekoppelt mit einer einwandfrei funktionierenden Infrastruktur und Technik. Und schliesslich hat sich das zurückhaltende Eingreifen der VAR, also nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheiden des Schiedsrichters auf dem Platz, bewährt. Diese Kombination führte zum Erfolg.»

Mit der verantwortungsvollen Aufgabe, das Projekt zu leiten und in den richtigen Bahnen zu halten, betraute die SFL Reto Häuselmann. Der VAR-Gesamtprojektleiter ist in seiner Rolle für das Zusammenspiel der zahlreichen involvierten Personen verantwortlich. «Wir haben in kurzer Zeit ein hochkomplexes System auf die Beine gestellt. Heute können wir mit Freude feststellen, dass das Zusammenwirken zwischen allen beteiligten Personen und den verschiedenen eingesetzten Technologien wie ein Räderwerk ineinandergreift und die Prozesse sehr gut funktionieren.»

VAR-Statistik zur ersten Saisonhälfte
In den 90 Spielen der ersten 18 Runden der RSL-Saison 2019/20 führten die VAR im Video Operation Room in Volketswil total 555 Checks durch. Das sind etwas mehr als 6 Überprüfungen pro Partie. Diese Zahl ist unter anderem deshalb so hoch, weil jedes Tor, jeder Penalty-Entscheid und jeder Platzverweis vom VAR überprüft wird. Erachtet der VAR einen Entscheid als klar und offensichtlich falsch, empfiehlt er dem Schiedsrichter auf dem Platz einen Review. In 21 Fällen folgte der Schiedsrichter der Empfehlung des VAR und es konnte somit in ungefähr jedem vierten RSL-Spiel ein klarer und offensichtlicher Fehlentscheid korrigiert werden.

«Diese Zahlen sind erfreulich und belegen, dass der Fussball durch die Arbeit der VAR fairer und gerechter geworden ist», stellt Dani Wermelinger fest. «Die Qualität der Entscheide, die bereits vorher auf einem sehr hohen Niveau war, hat sich weiter verbessert. Während 21 Fehlentscheide korrigiert werden konnten, funktionierte das Zusammenspiel zwischen Schiedsrichter und VAR nur in ganz wenigen Situationen nicht so, wie wir uns das wünschen. Gerade diese Fälle sind für uns alle eine grosse Motivation, die Abläufe weiter zu optimieren und hart an uns zu arbeiten.»

Die Arbeit ist nicht abgeschlossen
Auch wenn in der ersten Saisonhälfte keine nennenswerten Probleme aufgetaucht sind, ist die Arbeit der VAR-Projektgruppe unter der Leitung von Reto Häuselmann keineswegs abgeschlossen. «Der VAR ist in der Schweiz sehr gut gestartet, aber es besteht immer die Gefahr, dass sich uns an einem Spieltag eine technische oder organisatorische Herausforderung stellt. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Um mögliche Probleme zu antizipieren und die Abläufe weiter zu festigen, führen wir wöchentlich ein Debriefing des Spieltags durch und versuchen fortlaufend, uns in den Details weiter zu verbessern.»

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