Nicholas Ammeter, der jüngste Torhüter der SFL

Er ist einer von drei Goalies mit Jahrgang 2000, die in dieser Saison in der Swiss Football League im Einsatz stehen: der gebürtige New Yorker Nicholas Ammeter. Der Torhüter des FC Aarau ist der jüngste aus dem Trio und der einzige, der in dieser Saison noch keine einzige Spielminute verpasst hat.

Die «schönste Nebensache der Welt»
In Zeiten wie diesen gibt es Wichtigeres als Fussball. Trotzdem möchten wir die Zwangspause nutzen, um die «schönste Nebensache der Welt» nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. In einer losen Serie stellen wir Protagonisten verschiedener Klubs mit speziellen Statistiken in den Fokus und fragen sie, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen.

Nur gerade drei Torhüter mit Jahrgang 2000 sind in dieser Saison bisher regelmässig in der Swiss Football League zum Einsatz gekommen: die Schaffhauser Amir Saipi (21 Einsätze) und Calvin Heim (3) sowie der Aargauer Nicholas Ammeter. Ammeter ist zwar der Jüngste aus dem Trio - er wird am 11. Dezember seinen 20. Geburtstag feiern -, aber der einzige, der beim ambitionierten FC Aarau noch keine der bisher gespielten 2070 Minuten in der Brack.ch Challenge League verpasst hat. «Ich bin sehr stolz und dankbar gegenüber den Verantwortlichen des Klubs und Coach Patrick Rahmen», erklärt der Stammgolie, der hinter sich zwei noch jüngere Kollegen hat, Anthony von Arx (18) und Marvin Hübel (17). «Das ist auf diesem Niveau eine äusserst seltene Konstellation, aber auch sehr motivierend für uns alle und wir unterstützen uns ständig gegenseitig. Das Alter sollte kein entscheidender Faktor sein, wenn man gut vorbereitet in die Spiele geht.»

«In meinem Alltag arbeite ich hart daran, mich Schritt für Schritt zu verbessern»

Nicholas Ammeter (Torhüter des FC Aarau)

Ausleihe zu Baden als sportliche und menschliche Bereicherung
Um mehr Spielzeit zu erhalten hatte Nicholas Ammeter im Sommer 2018 die Herausforderung beim FC Baden angenommen und wurde mit etwas mehr als 17 Jahren Stammgoalie in der 1. Liga. «Indem ich mich in einem anderen Klub durchsetzen konnte (Anmerkung: er stand seit 2009 im Nachwuchs des FC Aarau), habe in dieser Zeit sportlich und menschlich viel lernen können. Es war eine Herausforderung und der Schritt hat sich absolut ausbezahlt», ist der Junioren-Internationale mit den Gardemassen 1.88m und 83 kg nachträglich überzeugt.

Zwei Jahre später steht der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger - er wurde in New York geboren, wo sein Vater während drei Jahren arbeitete - zwei Klassen höher im Rampenlicht. «Es gab in dieser Saison gute Phasen, etwas schwierigere und eine schlechte im Frühling», urteilt Ammeter in selbstkritischem Ton. «In Zukunft will ich unbedingt an Konstanz gewinnen, was vielleicht das Schwierigste ist für einen jungen Torhüter, und die groben Fehler so weit wie möglich vermeiden.»

Wie sieht dein «Home Office» aus?

«Da ich noch an der Sporthochschule in Aarau studiere, verbringe ich die meiste Zeit mit den Maturitätsprüfungen. In wenigen Tagen werde ich die schriftlichen Deutsch- und Französischprüfung ablegen, nächstes Jahr werde ich dann die anderen Fächer wie Geschichte, Englisch, Mathematik oder Physik abschliessen. Ansonsten absolviere ich jeden Tag das individuelle Trainingsprogramm des Klubs und mache Übungen an Krafttrainingsgeräten im Keller. Meine Reflexe bewahre ich durch gezielte Trainingseinheiten mit meinem jüngeren Bruder Mattia (14), der ebenfalls Torhüter ist, beim FC Küttigen. Und mit unserer Schwester Ella (17) betreiben wir auch andere Sportarten wie American Football - nur Passspiele -, Basketball oder Tischtennis, manchmal mit kleinen Spielen gegeneinander. Mir gefällt das, weil ich meistens gewinne. Wahrscheinlich eine Frage der Erfahrung als älterer Bruder...»

82 Paraden in der Brack.ch Challenge League
In 23 Einsätzen in der Brack.ch Challenge League zeigte Nicholas Ammeter total 82 Paraden mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. «Ich erinnere mich besonders an den Schuss von Luka Sliskovic (2. Ausschnitt im Videoclip) in meinem ersten Spiel auf diesem Niveau in Winterthur. Es war eine schwierige und entscheidende Abwehr zugleich, weil wir uns am Ende auswärts einen Punkt sichern konnten (1:1). Diese Aktion verlieh mir viel Vertrauen», erklärt der 19-Jährige, der mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt. «Ich träume zwar von der englischen Premier League oder der spanischen La Liga - aber in meinem Alltag arbeite ich hart daran, mich Schritt für Schritt zu verbessern.» Sein Vertrag mit dem FC Aarau läuft noch bis Ende Juni 2022. «Und es ist mein Ziel bis dann mit dem FC Aarau zurück in die Raiffeisen Super League aufzusteigen.»

Die 6 schönsten Paraden von Nicholas Ammeter 2019/20

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