Meisters Meisterstück - So entstand der neue Meisterpokal

  • Der 6. Pokal in der Geschichte der Schweizer Fussballmeister birgt eine kleine Überraschung. (Meister Silber AG)

Die neue Trophäe für den Schweizer Fussballmeister 2015/16 ist ein Glanzstück der Handwerkskunst: Ins Spiel bei der Fertigung des neuen Pokals gelangten sämtliche Verarbeitungstechniken eines Handwerks, das schon Jahrhunderte lang existiert.

Am 1. Februar 2016 präsentierte die Swiss Football League an der 3. SFL Award Night im «KKL» Luzern – im Beisein der ganzen Schweizer Fussballprominenz – den neuen Meister-Pokal. Entworfen und gefertigt wurde er durch die Silberschmiedinnen und -schmiede im Atelier von Meister Silber in Zürich in wochenlanger, intensiver, kunstvoller Handarbeit.

Alles begann bereits im Jahr davor: Meister Silber erhielt von der Swiss Football League den Auftrag, den neuen Pokal für die künftigen Fussballmeister der Super League zu kreieren und auszuarbeiten. Doch wie sollte sie aussehen, die neue Trophäe? Das Team um Meister-Silber-Atelierleiter Werner Schlattinger erarbeitete verschiedene Formen und Möglichkeiten – und präsentierte sie Roger Müller, dem Medien- und Marketingverantwortlichen der SFL. Der Entscheid fürs neue Modell fiel. Und in 920 Arbeitsstunden entstand ein Pokal aus Sterlingsilber 925 – in reiner Handarbeit und vergoldet im Feingoldbad. Die Trophäe wiegt 13 Kilogramm. Sie ragt 73 Zentimeter in die Höhe.

Der Start mit Holz

Ein Holzblock stand am Anfang der aufwändigen Herstellung: Aus einem verleimten, groben Holzkörper entwickelte sich in exakter Drechslerarbeit das perfekte Modell. Es diente dazu, die Wirkung und die Proportionen des erst auf Papier gebrachten Pokals in der Wirklichkeit zu überprüfen. Verwendet wurde unter anderem der Goldene Schnitt – schliesslich sollte das Idealprinzip ästhetischer Proportionierung sichergestellt werden. Nach kleinen Anpassungen kam das eindrucksvolle und definitive Erscheinungsbild des Pokals zum Vorschein. In einem weiteren Drechslerprozess entstand die Kunst- stoffdrückform. Auf sie wurde später das gerundete Silberblech des Pokals angepasst und gedrückt.

Endlich Silber
Nun gelangte das Silber zum Einsatz. Das Silberblech wurde rundgewalzt, und daraus entstand die sogenannte Silberzarge. Sodann wurde sie mit Draht zusammengehalten und gelötet. Es folgte das Verschmieden der Lötfuge mit dem Hammer sowie das Aufziehen der Silberzarge in alter Technik. Dies resultierte in der oben weiteren und unten engeren Form. Das ständige Glühen der Zarge zwischen den Umformungsprozessen weichte den Körper immer wieder auf. Die Silberzarge wurde danach auf der Drückbank abgestochen, damit sie parallel und rund läuft. Der ganze Körper war wellig. Deshalb wurde er gespannt – also mittels des Hammers in Form gebracht: die kleinen Wellen wurden ausgebessert. Weitere Schritte bestanden im Aussägen, Feilen und Schmirgeln der Formen im Silberblech der äusseren Pokalhülle.

Sogar Zucker wurde verwendet
Aus einem flachen Blech wurden die beiden Zwischenteile der beiden Griffe mit dem Hammer zu einem Rohr rundgeschlagen – und danach mit Zuckermasse gefüllt, damit sie beim Hämmern stabil bleiben und sich nicht verformen. Es folgte das Pressen der Griffe und Entfernen des Caramels, das Zusammenlöten und Schleifen der geschmiedeten Mittel- und gegossenen Endteile. Mit Bimssteinpulver und einem Filz wurden die Henkel hernach maschinell geschliffen und darauf an den durchbrochenen Körper – den äusseren Teil des Pokals – gelötet.

Goldbad als Abschluss
Die exakte Gravur auf dem Mittelteil des Pokals stellt einen weiteren, wichtigen Arbeitsschritt bei der Herstellung eines Pokals dar: In drei Sprachen wurde in den mittleren Teil der Trophäe «Schweizer Fussball-Meister» graviert. Die einzelnen Stücke des fertig geschmiedeten Pokals wurden elektrolytisch versilbert. So entstand eine homogene Oberfläche. Zum Abschluss wurde der Pokal im Feingoldbad vergoldet.

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