MASSNAHMEN ZUR IDENTIFIKATION VON STRAFTÄTERN

Die Swiss Football League bekämpft Gewalt im Umfeld von Fussballspielen entschlossen. Sie fokussiert auf die Identifikation und Sanktionierung von Straftätern. Hierfür lässt sie in einem Pilotprojekt Straftaten von Matchbesuchern bei Auswärtsspielen dokumentieren. Zudem werden die Videoüberwachungsanlagen in den Stadien überprüft und verbessert.

Die unerfreulichen Ereignisse rund um die Partie FC Basel-FC Zürich am 12. April haben Empörung ausgelöst. «Die Liga und die Klubs verurteilen die Vorfälle entschieden», betonte Heinrich Schifferle, Präsident der Swiss Football League (SFL) heute Dienstag an einer Medienkonferenz. «Diese Einigkeit ist mir sehr wichtig, nur so können wir erfolgreich sein.»

Die Liga und die Klubs akzeptieren, dass sie bezüglich der Sicherheit an Fussballspielen einen wesentlichen Teil der Verantwortung tragen. Sie unternehmen alles in ihrer Macht Stehende, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Im Vordergrund steht für die SFL, dass Straftäter identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.

Pilotprojekt zur Identifikation von Straftätern an Auswärtsspielen

Im Rahmen dieser Haltung beschreiten Liga und Klubs auch neue Wege. Seit März 2015 dokumentiert eine private Firma im Auftrag der SFL in einem befristeten Pilotversuch Straftaten von Matchbesuchern bei ausgewählten Auswärtsspielen ihres Klubs und erstellt Video- und Fotoaufnahmen. Aufgrund dieser Dokumentationen ersucht die Liga die Polizei um die Identifikation von Personen, die Straftaten begangen haben. Die Liga kann in der Folge Stadionverbote verhängen. Die Polizei kann zudem Material, auf dem strafrechtlich relevante Handlungen ersichtlich sind, den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen.

Die SFL hat die rechtlichen Rahmenbedingungen sorgfältig abgeklärt und hält das Vorgehen für legal und verhältnismässig. Die Einsätze beschränken sich auf Spiele mit hohem Gefahrenpotenzial. Soweit der öffentliche Grund betroffen ist, finden die Einsätze in Absprache mit den lokalen Behörden statt. Gefilmt und fotografiert werden nur randalierende Personen, und der Zugriff auf die Bilder wird innerhalb der SFL äusserst restriktiv gehandhabt.

Bis jetzt fanden sieben Einsätze an Meisterschafts- und Cupspielen statt. Die Kosten trägt die Swiss Football League. Auf öffentlichem Grund entstanden bei den bisherigen Einsätzen keine Bilder, weil sich in Gegenwart der beauftragten Firma keine Gewalttaten ereigneten. Das Projekt ist vorerst bis zum Saisonende befristet, über die Weiterführung wird aufgrund der Erfolgsbilanz entschieden.

Am Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich vom 12. April wurde innerhalb des Stadions gefilmt und fotografiert. Die 26 Dossiers wurden bereits der Kantonspolizei Basel-Stadt übergeben, die die Beweismittel an die Zürcher Stadtpolizei und an die Basler Strafverfolgungsbehörden übermittelt.

«Good Hosting» und verbesserte Videoüberwachung

Zusätzliche Massnahmen im Bereich Sicherheit haben sich aus einer nach Abschluss der Saison 2013/14 gebildeten «ad-hoc-Gruppe Sicherheit» der SFL ergeben. Das zwölfköpfige Gremium mit Vertretern aus Polizei, Justiz, Fanarbeit, Klubs und Liga formulierte Vorschläge für Verbesserungen bei der Eingangssituation zu den Stadien, zur konsequenten Täterverfolgung im Stadion, zur Stärkung der Fan- und Sicherheitsverantwortlichen innerhalb der Klubs sowie zu einem einheitlicheren Umgang mit Stadionverboten.

Die Vorschläge werden in den Klubs teilweise bereits umgesetzt. So schilderte Alain Kappeler, CEO des BSC Young Boys und Mitglied des SFL-Komitees, wie in Bern das Prinzip «Good Hosting» angewandt wird: «Seit einigen Spielen empfangen wir die Gästefans wie Gäste, ohne behelmte Ordnungsdienste, dafür mit speziell geschulten Stewards. Die Rückmeldungen sind von allen Seiten sehr positiv.»

Gleichzeitig hat der BSC Young Boys in die Verbesserung der Videoüberwachungsanlagen im Stadion investiert, um Einzeltäter gezielt zu identifizieren und mit Stadionverboten zu belegen. Auch bei anderen Klubs stehen entsprechende Investitionen an, nachdem die SFL in den letzten Monaten alle Videoanlagen in den Stadien der höchsten Liga analysieren liess.

Fussball als Ventil

Klubs und Liga werden gemeinsam mit den anderen beteiligten Akteuren weiterhin entschlossen gegen Gewalt im Umfeld von Fussballspielen vorgehen. Mögliche Gegenmassnahmen müssen aber zielführend sein und sich im legalen Rahmen bewegen. Massnahmen, die friedliche Fans gefährden oder ihre Grundrechte beschneiden, lehnt die Liga ab.

Im Umfeld des Fussballs treten Probleme an die Oberfläche, die mit Fussball an sich nichts zu tun haben. «Das vorhandene Potenzial an Provokation und Gewalt würde andere Ventile finden, wenn es den Fussball nicht gäbe», sagt Claudius Schäfer, CEO der SFL. «Wir wollen damit nicht ablenken. Aber aufgrund dieser Tatsache können wir leider nicht versprechen, dass negative Ereignisse im Umfeld des Fussballs nicht mehr vorkommen. Wir versprechen aber, dass Liga und Klubs alles unternehmen, damit sie nicht ungestraft bleiben.»

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