Karlen: ein Traum erfüllt sich!

  • Grégory Karlen (in der Mitte, mit Pa Modou und Carlitos) hoffte auf einen Einsatz. Niemals aber dachte er, er könnte Goalgetter Moussa Konaté ersetzen. (freshfocus)

Grégory Karlen gelang bei seinem Debüt in der Raiffeisen Super League das 3:2-Siegtor des FC Sion gegen GC! Für den jüngeren Bruder von Gaëtan Karlen (FC Biel) erfüllt sich ein Traum, wie er ihn gar nie geträumt hatte. Er ist kein Stürmer und war angeschlagen, ersetzte aber erfolgreich Konaté.

An der von Sion-Präsident Christian Constantin viel geliebten Totomat-Uhr im Stade de Tourbillon konnte der Spielstand (2:2) und die Spieldauer (82 Minuten) abgelesen werden. Der FC Sion griff nun zu elft gegen nur noch 9 Spieler des Grasshopper Club an. Der Moment war für Sion-Trainer Didier Tholot gekommen, seine Trumpfkarte auszuspielen. Der Name des Jokers, Grégory Karlen, sorgte aber für Staunen und Raunen im Walliser Publikum, da der 20-Jährige noch keine Minute Einsatzzeit in der Raiffeisen Super League hatte. Als dann der Youngster Sions Torschützen vom Dienst, Moussa Konaté, ablöste, war die Überraschung perfekt. «Ich dachte eigentlich schon, dass ich eine Chance hätte, zum Einsatz zu gelangen. Nie aber glaubte ich in einem spielentscheidenden Moment Moussa Konaté ersetzen zu können», gibt Grégory Karlen unumwunden zu.



Das vierte Familienmitglied, das beim FC Sion spielt
Die Beziehung zwischen der Familie Karlen und dem FC Sion ist etwas ganz Besonderes. Gaëtan Karlen, der ältere Bruder von Grégory, spielt nun beim FC Biel, nachdem er persönlich seine Chance im Wallis nicht zu nutzen vermocht hatte. Vor 30 Jahren spielte der Vater der beiden, Léonard, beim FC Sion, sowie auch ein Onkel, Bernard Karlen.

Mittels Kopfball zeigte sich Grégory Karlen sofort bandgefährlich. Später zwang er den erfahrenen Verteidiger Alexandre Barthe zu einer groben Intervention. In der 89. Minute war es dann so weit: reaktionsschneller als alle GC-Verteidiger erzielte Grégory Karlen nach Flanke von Pa Modou den 3:2-Siegtreffer für Sion. Die Nord-Tribüne sprang auf wie ein Mann. Dort verweilte Grégory seit Jahren mit den treusten jungen Fans des FC Sion. «Ein Traum ist in Erfüllung gegangen», fasst der eigentlich nicht als Goalgetter bekannte Mann (5 Tore in 28 Spielen in der Promotion League mit Sions Reserve) zusammen. «Ich bin eher die Nummer 10, oder spiele im Mittelfeld auf einer Seite. Bälle verteilen ist eigentlich mein Ding», meint der grossgewachsene hagere Spieler (1,87 m).

Die spielentscheidende Einwechslung des Youngsters Grégory Karlen (Sion)

Mehr als zwei Jahre und zwei gravierende Verletzungen später
Eigentlich hätte Grégory Karlen bereits als 18-Jähriger zu seinem Super-League-Debüt kommen müssen. Am 1. Juni 2013 war die andere Stadtzürcher Elf, der FCZ, im Tourbillon zu Gast. Der damalige Trainer Michel Decastel hatte ihn aufgeboten, doch kam Grégory damals nicht zum Einsatz und sass danach nie mehr auch nur auf der Bank. Dazu kam es erst beinahe zweieinhalb Jahre später wieder, d.h. am letzten Donnerstag in Bordeaux. Da durfte Grégory Karlen wieder als Ersatzmann (ohne Einsatz) den Exploit seiner Kameraden mitverfolgen.

«Es liegen zwei gravierende Verletzungen am Knorpel und an der Kniescheiben-Sehne zwischen den beiden Daten. 18 Monate lang war ich weg vom Fenster», sinnt der U20-Internationale. Eigentlich hätte er wegen einer Verletzung am letzten Sonntag auch gegen GC nicht dabei sein sollen. «Diesmal war es das linke Knie, das mir mit einer Bänderdehnung Probleme bereitete. Darum spielte ich schliesslich mit bandagiertem Knie.  Wegen der langen Verletztenliste im Team wurde mit dem ärztlichen Staff diskutiert, ob mein Einsatz Sinn machen würde. Als dieser bejaht war, begab ich mich bereits vor dem Bordeaux-Spiel in eine Intensivbehandlung.» So wurde auch sein Wille honoriert. 

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