Francesco Margiotta - Kein «1:5-Typ»

Als einziger Offensivspieler der Raiffeisen Super League hat Francesco Margiotta in allen 23 Spielen der aktuellen Saison seinen Wert für den FC Luzern unter Beweis stellen können. Dabei zeigte sich der Italiener äusserst produktiv. Dabei verfolgt er ein ganz klares Ziel.

Die «schönste Nebensache der Welt»
In Zeiten wie diesen gibt es Wichtigeres als Fussball. Trotzdem möchten wir die Zwangspause nutzen, um die «schönste Nebensache der Welt» nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. In einer losen Serie stellen wir Protagonisten verschiedener Klubs mit speziellen Statistiken in den Fokus und fragen sie, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen.

Francesco Margiotta ist topfit und in hervorragender Form. Der bald 27-jährige italienische Stürmer des FC Luzern ist der einzige Offensivspieler, der bisher alle 23 Meisterschaftsspiele in der Saison 2019/20 absolvieren konnte. «Ich hatte in der Tat bisher keine körperlichen Probleme», erklärt Margiotta. Er nutzte seine hervorragende Form, um seine persönliche Statistik zu verbessern. In 23 Partien gelangen ihm bisher sechs Tore und sieben Assists, was ihm zum derzeit besten und effizientesten Torschützen des FC Luzern macht. Auch seine Effizienz gehört zum Besten, was die Liga derzeit zu bieten hat. Margiotta sammelt alle 113 Minuten einen Skorerpunkt. Nur YB's «Tormaschine» Jean-Pierre Nsame weist mit 85 Minuten (aber nur 21 Partien) einen besseren Schnitt in der Raiffeisen Super League auf. «Ich hätte vielleicht noch besser abschneiden können. Aber nach meiner Ankunft im vergangenen Sommer in Luzern benötigte ich eine gewisse Anpassungszeit. Nun fühle ich mich extrem wohl in der Zentralschweiz und ich will unbedingt an meine Leistungen vor der Zwangspause anknüpfen, wenn die Meisterschaft fortgesetzt wird.»

Die sechs Tore von Francesco Margiotta in der Saison 2019/20

«Juve ist derzeit nur ein Traum. Aber ein Big-5-Klub, warum nicht?»

Francesco Margiotta (Stürmer des FC Luzern)

Matchwinner als Ziel
Margiotta wechselte Ende Juni 2019 vom FC Lausanne-Sport zum FC Luzern. Im Waadtland hinterliess er mit insgesamt 16 Toren und 14 Assists einen bleibenden Eindruck. Auch wenn das letzte Jahr bei Lausanne nach dem Abstieg in die Brack.ch Challenge League eher enttäuschend verlief. «Ich wollte unbedingt weiterhin in der höchsten Liga spielen. Mein Kopf war nicht mehr richtig bei der Sache und mir kommt es vor, als hätte ich ein Jahr verloren», erinnert sich Margiotta.

Wie sieht dein «Home Office» aus?

«Ich verbringe viel Zeit mit meiner Freundin. Wir gehen mit unserem Hund spazieren, machen Touren mit unseren Fahrrädern oder schauen Serien via Netflix. Dank dem Tagesprogramm unseres Fitnesstrainers bleibe ich in Form. Ich fühle mich gut und bin sicher, bereit zu sein, wenn es wieder losgehen sollte. Ich bin nach dieser schwierigen Zeit hoch motiviert und freue mich auf den 29. Mai, egal was an diesem Tag an der Generalversammlung der SFL beschlossen wird. Entweder ich darf danach meiner Leidenschaft Fussball wieder nachgehen oder endlich wieder meine Familie in Turin besuchen. Darauf warte ich seit vergangenem Dezember. Früher reiste ich durchschnittlich immer einmal im Monat nach Turin. Ich hatte eigentlich geplant, im März wieder hinzufahren, aber es kam leider anders...»

In Luzern traf er mit Trainer Fabio Celestini auf seinen einstigen Förderer bei Lausanne. «Er steht für gepflegten Fussball und diese Philosophie passt zu mir und meinen Qualitäten», schwärmt der Stürmer. Das beweisen auch seine Statistiken. In diesem Frühjahr gelangen Margiotta in fünf Spielen drei Tore und zwei Assists. Und wenn der gebürtige Turiner trifft, dann verliert Luzern auch nicht. In den acht Spielen, in welchen Margiotta skoren konnte, ging der FCL nie als Verlierer vom Platz, sondern holte fünf Siege und drei Unentschieden. Das motiviert natürlich: «Hoffen wir, dass es so weitergeht. Ich will der Mann für die wichtigen Momente sein. Ich bin nicht wirklich daran interessiert, dass 1:5 zu schiessen», gesteht der Italiener selbstbewusst.

Lernen von den ganz Grossen
Margiotta erlernte das Fussballer-Handwerk in der Talentschmiede von Juventus Turin. Dort durfte er von den ganz Grossen lernen und sich inspirieren lassen. «Als ich in der Reservemannschaft spielte, hatten wir jeweils am Donnerstag die Möglichkeit, gegen einige Spieler aus der ersten Mannschaft zu kicken. Ich erinnere mich vor allem an Alessandro Del Piero und seine herausragende Klasse.» Die Gegenwart heisst für Margiotta FC Luzern, wo er noch einen Vertrag bis Sommer 2022 besitzt. Seine Ambitionen bleiben aber zu Recht hoch. «Juve ist derzeit nur ein Traum. Aber ein Big-5-Klub, warum nicht?» Sollte er bei einer allfälligen Fortsetzung der Meisterschaft an seine starken Leistungen vor der Zwangspause anknüpfen können, wäre das ein durchaus realistischer Anspruch.

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