FC Lugano - Die Könige der Nachspielzeit

  • Fabio Daprelà (Mitte) jubelt nach dem Ausgleich gegen Sion. Lugano traf soeben zum 4. Mal in 13 Spielen in der Nachspielzeit. (freshfocus)

Der FC Lugano macht es in dieser Saison besonders spannend für seine Fans. Die Tessiner sind zu wahren Spezialisten der Nachspielzeit geworden. Viermal in 13 Spielen traf die Jacobacci-Truppe bisher nach 90 Minuten noch ins Schwarze und sicherte sich damit fünf wichtige Punkte. Auch GC profitiert eine Etage tiefer von dieser besonderen Fähigkeit.

Der FC Lugano grüsst derzeit von Tabellenplatz 3 in der Raiffeisen Super League. Mit einem Sieg gegen YB im Nachholspiel der 6. Runde vom kommenden Mittwoch könnten die Tessiner gar mit dem FC Basel gleichziehen und Platz 2 übernehmen. Die Situation sähe für Lugano indes nicht so rosig aus, wenn die Spiele nach genau 90 Minuten beendet worden wären. In vier von 13 Partien schossen die Luganesi in der Nachspielzeit noch ein Tor: Im September in Zürich (2:2, Tor durch Guidotti/91.), im Oktober in Vaduz (1:1, Ošs/92.), im November gegen den FC Basel (1:0, Bottani/92.) und vergangenen Sonntag in Sion (1:1, Daprelà/95.) holten sich die Bianconeri so noch fünf wichtige Punkte.

Acht Tore (in 68 Spielen) fielen in der Raiffeisen Super League bisher nach der 90. Spielminute. Damit gehen 50 Prozent davon auf das Konto des Teams von Maurizio Jacobacci. Die Stärke, eine Partie in der Schlussphase noch zu drehen, sorgte auch dafür, dass der FC Lugano in den letzten 21 Meisterschaftspartien nur einmal als Verlierer vom Platz gehen musste.

Luganos vier Tore in der Nachspielzeit im Video

Nur Servette und Lausanne sind ähnlich erfolgreich
«Seit ich in Lugano Trainer bin, habe ich immer betont, wie wichtig es ist, bis zum Schlusspfiff konzentriert zu bleiben. Offensiv wie defensiv. Wenn das funktioniert, dann glaubt mir die Mannschaft und lässt sich kaum mehr bezwingen», erklärt Maurizio Jacobacci die Tessiner Erfolgsformel. Nur zwei Klubs aus der Romandie konnten bisher ähnlich von der Nachspielzeit profitieren, wie der FC Lugano. Servette konnte zwei Zähler dazugewinnen, Lausanne einen. Bei Luzern und YB wirkten sich die zusätzlichen Spielminuten bisher nicht aus (0 Punkte). Fünf Mannschaften mussten hingegen in der Periode nach der 90. Minute jeweils Federn lassen. Basel verspielte einen Punkt, Sion, St. Gallen und Vaduz deren zwei und der FCZ verlor gar drei Zähler.

Thun wäre BCL-Leader, wenn...
In der Brack.ch Challenge League fielen in der Saison 2020/21 bisher nicht weniger als 18 Tore nach der 90. Minute. Ohne die Nachspielzeit wäre der aktuelle Tabellen-Sechste FC Thun Leader der BCL. Die Berner Oberländer verspielten im November vier Punkte in extremis gegen GC (1:1/93. Minute) und den FC Schaffhausen (1:1/92. Minute). Die «Hoppers» hingegen sicherten sich drei wichtige Punkte in der Nachspielzeit. Verfolger FC Stade-Lausanne-Ouchy krallte sich am 20. November beim 2:2 gegen Schaffhausen und am 11. Dezember beim 3:3 dank zwei Standards mirakulös noch zwei Zähler. Das zeigt: Um in der BCL an der Spitze mitmischen zu können, ist es entscheidend, die Nachspielzeit im Griff zu haben...

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