«Ein starkes und engmaschiges Netzwerk aufbauen»

  • Sicherheitsleute bei einem Spiel zwischen dem FC Basel und GC. (freshfocus)

Während der Spielbetrieb in der Winterpause ruhte, war die Swiss Football League im Hintergrund aktiv. Die Liga versorgte die Sicherheits- und Fanverantwortlichen der Klubs mit wichtigen Informationen und stärkte das Netzwerk zwischen den Schlüsselpersonen in den Bereichen Sicherheit und Prävention.

Über 60 Personen fanden sich im Januar 2015 in Luzern zu einem obligatorischen Informations- und Ausbildungstag ein, organisiert von der Swiss Football League (SFL). Die Reihen in der swissporarena füllten die Sicherheits- und Fanverantwortlichen (SiVe und FaVe) der RSL- und BCL-Klubs, die Sicherheitsdelegierten der Liga sowie die Vertreter von Fanarbeit Schweiz (FaCH).

«Die interne Kommunikation und der Austausch unter den wichtigsten Verantwortlichen aus den Bereichen Sicherheit und Prävention bei den Klubs und der Liga ist ein zentrales Element der Sicherheitsstrategie der SFL», erklärt Dominique Huber, Head of Safety & Security der SFL. «Dieses jährliche Treffen ist die unentbehrliche Ergänzung zum obligatorischen Ausbildungslehrgang von Swiss Olympic, den jeder SiVe und FaVe im Fussball und im Eishockey einmalig absolvieren muss. Neben der Information durch die Liga steht der Erfahrungsaustausch zwischen diesen Schlüsselpersonen bei diesem Anlass im Zentrum. Das Ziel ist es, ein starkes und engmaschiges Netzwerk aufzubauen, um Fussballspiele noch sicherer zu machen.»

Wirtschaftlichkeit und Ergebnisse der ad-hoc-Gruppe Sicherheit
Zu Beginn der Veranstaltung richteten Alex Miescher, Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes, und Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei, eine Grussbotschaft an die Anwesenden. «Man muss Fussball mögen. Und man muss Menschen mögen», fasste Alex Miescher der einfache und doch herausfordernde Anspruch an die Klubverantwortlichen in den sensiblen Bereichen Sicherheit und Fanwesen treffend zusammen. Adi Achermann forderte die Klubvertreter zum Dialog und zur Zusammenarbeit auf, um gemeinsam mit Augenmass für sichere Spiele einstehen zu können.

Im Informationsblock vom Vormittag präsentierte Oliver Hoff die wichtigsten Ergebnisse der Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der zehn Klubs der Raiffeisen Super League in der Saison 2013/14. Der Studienleiter der Firma Rütter Soceco zeigte den SiVe und FaVe auf, welch wichtigen Effekt ihre Tätigkeit auf das Sicherheitsempfinden der Fans im Stadion und damit auf die Wirtschaftlichkeit ihres Klubs hat.

Im Anschluss daran stellte Dominique Huber dem Publikum die Resultate der ad-hoc-Gruppe Sicherheit der SFL vor. Das mit Personen aus vielen verschiedenen Anspruchsgruppen zusammengestellte Gremium stellte vier Bereiche mit Verbesserungspotenzial fest: Brennpunkt Eingangsbereich, Zusammenarbeit zwischen FaVe und SiVe, Umgang mit Stadionverboten sowie Kommunikation der SFL und ihrer Klubs. In den nächsten Wochen und Monate werden für alle Bereiche detaillierte Massnahmen erarbeitet und umgesetzt.

FARE Netzwerk Schweiz und Goodhosting FC St. Gallen
Nach dem Lunch, der intensiv für den klubübergreifenden Austausch genutzt wurde, informierte Lukas Meier vom FARE Netzwerk Schweiz über die jährliche Kampagne im Schweizer Fussball gegen jede Art der Diskriminierung im Fussball. Den Klubvertretern wurde zudem eine Übersicht mit Logos und Symbolen vorgestellt, die in Fussballstadien nicht toleriert werden.

Zum Abschluss berichtete Benni Burkhart, Sicherheitsverantwortlicher des FC St. Gallen, über die Erfahrungen mit der «Goodhosting-Strategie» in der AFG Arena. Die Ostschweizer begegnen mit einem neuen Konzept im Eingangsbereich dem Gros der Gastfans freundlicher, verfolgen und bestrafen aber gleichzeitig mit Hilfe qualitativ hochstehender Videoaufnahmen konsequent die Einzeltäter mit Stadionverboten. Der Sicherheitsverantwortliche zog nach den ersten Erfahrungen eine positive Bilanz der neuen Strategie und ermunterte die Klubs, dem Vorbild des FCSG zu folgen.

Dialog für mehr Sicherheit
Die Swiss Football League dankt allen Rednern sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Weiterbildungstages für die interessanten Informationen und den spannenden Erfahrungsaustausch. Dominique Huber versichert abschliessend: «Die Liga wird im Rahmen ihrer Sicherheitsstrategie auch in Zukunft regelmässig Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen für alle Anspruchsgruppen im Bereich Sicherheit und Prävention organisieren und durchführen. Immer mit dem Ziel, die Spiele der RSL und BCL für alle Matchbesucher noch angenehmer und sicherer zu gestalten.»

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