Das Warten auf den richtigen Klub

  • Geoffroy Serey Dié, Arlind Ajeti, Max Veloso (oben, von l. nach r.) sind noch immer ohne Verein, wie Simone Belometti, Magnus Breitenmoser und Lucas Pos (unten).

Sie sind erfahrene Spieler oder vielversprechende Talente. Alle verfügen über ein interessantes Profil und doch sind sie noch immer ohne Klub. Dabei sind sie ablösefrei zu haben und/oder erst 21 Jahre alt. Daher könnten sie auch trotz geschlossenem Transferfenster noch in einem Schweizer Verein Unterschlupf finden.

Einige sind am Ende ihrer Laufbahn im Ausland angelangt - so Johan Djourou (32, Ex-Arsenal, zuletzt SPAL Ferrara/Italien), Oliver Buff (27, ehemals Anorthosis Famagusta/Zypern) oder Almen Abdi (32, Ex-Sheffield Wednesday, 2. Liga Englands). Sie arbeiten, ohne viel Aufhebens, um ihre Fitness zu erhalten, in der Hoffnung, wenn schon nicht im Ausland, so in der Schweiz noch eine neue Herausforderung zu finden. Es sind dies nur drei Beispiele von Schweizer Spielern, aber auf europäischer Ebene befinden sich noch unzählige andere Akteure auf dem Markt. Die überwiegende Mehrheit der Transferfenster ist jedoch bereits geschlossen.

So auch in der Raiffeisen Super League, wo etliche bewährte Arbeitskräfte der Strecke geblieben sind. Wie Geoffroy Serey Dié (34), seit dem 22. August und seiner Vertragsauflösung beim FC Basel ablösefrei zu haben. Der immer noch vor Energie sprühende und viel Ausstrahlung besitzende Ivorer war in der vergangenen Saison massgeblich an der Mission Ligaerhalt von Neuchâtel Xamax FCS beteiligt. Er ist zudem nach wie vor auch geschätztes Mitglied seiner Nationalmannschaft. Wie beispielsweise am diesjährigen Afrika-Cup und trotz seines verschossenen Elfmeters, der das Ausscheiden der Elfenbeinküste im Viertelfinal gegen den späteren Turniersieger Algerien zur Folge hatte. Wie wird es für ihn weiter gehen? Die Antwort lieferte vor kurzem der FC Aarau. Die Aargauer verpflichteten den Ivorer bis Saisonende.

Wann erhält Veloso den Master in der Studienfachrichtung Kognitionswissenschaft?
Ebenfalls Nationalspieler, in seinem Fall für Albanien (19 Länderspiele), will Verteidiger Arlind Ajeti nach dem Abstieg von GC einen Neustart beginnen. Im Alter von 25 Jahren steht der frühere FC Basel-Junior - und älterer Bruder von Stürmer Albian (jetzt West Ham United) -, vor den besten Jahren einer Fussballerkarriere. Er hat in Italien 41 Spiele absolviert (mit Frosinone, Torino und Crotone). Max Veloso war - wie Serey Die - am Ligaerhalt von Xamax beteiligt, doch gab es für den aus der eigenen Jugend Stammende keinen neuen Vertrag in Neuenburg. Der vielseitige 27-jährige Mittelfeldspieler weist eine gute Saison-Bilanz auf, mit 25 Einsätzen, 2 Toren und 5 Vorlagen, sowie insgesamt 4 schönen Jahren mit den «Rot- Schwarzen». Ein Master-Abschluss in Kognitionswissenschaft an der Universität Neuenburg erwartet ihn. Bleibt abzuwarten, ob er schon im Herbst oder erst im neuen Jahr wieder einsteigt. Oder ob ein Verein ihn zu überzeugen vermag, sein Studium noch etwas hinauszuschieben.

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Obwohl er den FC Chiasso vor dem Abstieg gerettet hat...
Mangels Alternativen konzentriert sich Simone Belometti ebenfalls auf sein Studium an der Universität Lugano. Der 23-jährige offensive Aussenverteidiger hält sich in Form und die Augen offen in Sachen Klubsuche. Im Juli wurde er von Honvéd Budapest getestet. Der FC Chiasso kann sich bei ihm bedanken, denn als Captain hat er dem FC Chiasso im letzten Augenblick die Zugehörigkeit zur Brack.ch Challenge League gesichert. Wie alle seine Leidensgenossen hofft auch er, trotz abgelaufener Transferperiode via Transferkommission noch einen neuen Arbeitgeber zu finden. Die Transferkommission kann nach Vorlegung eines begründeten Gesuchs (Härtefall/Art. 10, Ziff. 10 Reglement über die Spielerqualifikation) Spielern auch ausserhalb der üblichen Transferfenster noch eine Qualifikation für einen Wettbewerb der SFL ausstellen.

Pos trainiert mit Wigan, Breitenmoser mit einem Personal Coach
Auch vielversprechende junge Talente müssen sich in Geduld üben. So trainiert Lucas Pos (21/ Aussen- oder Innenverteidiger), der in der vergangenen Saison beim ambitionierten FC Lausanne-Sport ins kalte Wasser geworfen worden war, zwar mit dem Championship-Team von Wigan Athletic ((2. Division England), aber ohne Vertrag. Im Frühjahr erhielt er auch seine ersten beiden Berufungen in die U23-Auswahl der USA, seiner zweiten Heimat. Vor weniger als einem Jahr streifte auch Mittelfeldspieler Magnus Breitenmoser (21) das Trikot einer Nationalmannschaft über, jenes der U20-Auswahl der Schweiz. Heute trainiert der mittlerweile Vertragslose (nach 61 Spielen mit dem FC Wil in der Brack.ch Challenge League, davon 33 in der vergangenen Saison) täglich mit einem persönlichen Trainer. Es gibt aber eine gute Nachricht für Pos und Breitenmoser: Lokal ausgebildete Spieler unter 21 Jahren sind bis zum 31. März 2020 uneingeschränkt transferierbar.

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