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Sicherheitsverantwortliche (SiVe)

Repression und Dialog

Sicherheitsverantwortliche sorgen dafür, dass die Fussballfans die Spiele ungetrübt geniessen können. Ihr Rezept: Eine Mischung aus Repression und Dialog.

Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an. Der Blick von Gerold Dünki, dem Sicherheitsverantwortlichen des FC Basel, fliegt über die Bildschirme in der Einsatzzentrale. Etwa siebzig Kameras überwachen, was im Stadion und rund herum passiert. Doch selbst wenn das Stadion ausverkauft ist, kommt in der Einsatzzentrale selten Nervosität oder Hektik auf. Grund: «Beim Anpfiff ist der grösste Teil meiner Arbeit bereits getan», stellt Gerold Dünki klar.

Indes: So ruhig war es nicht immer in der Einsatzzentrale im St. Jakob-Park. Man erinnere sich nur an die Ausschreitungen nach dem Meisterschaftsfinale 2006, als der FC Zürich in der 93. Minute das Siegestor schoss. Aber auch in anderen Stadien kam es zum Eklat. «Jetzt ist es Zeit für Geisterspiele», forderte der Züricher SVP-Präsident Alfred Heer im Oktober 2011, nachdem das Zürcher Derby wegen Ausschreitungen und einem Petardenwurf abgebrochen werden musste. Er behielt Unrecht. Es gab seither kein einziges Geisterspiel im Schweizer Fussball. Das ist auch das Verdienst der Sicherheitsverantwortlichen (SiVe).

Bereits vier Wochen vor dem Spiel besorgt sich Gerold Dünki die Information über die Vorgeschichte der Affiche. Gab es Vorfälle beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams? Gibt es offene Rechnungen unter deren Fans? Wie viele Besucher werden erwartet? Wenn alle Informationen vorliegen, organsiert er das Sicherheitsdispositiv und spricht sich während zwei bis drei Sitzungen mit der Polizei, dem SiVe des Gastvereins, der Feuerwehr und der Rettung ab.

Zwei Stunden vor dem Spiel mischt sich Gerold Dünki oft unter die Fans und informiert sich über die geplante Choreographie. Früher wurde er dabei noch ab und zu von Fans provoziert. Heute kommt das kaum mehr vor. Man kennt und respektiert sich. Etwa eine Stunde vor dem Anpfiff begibt sich Dünki dann in die Einsatzzentrale vor die Bildschirme.

«Die richtige Mischung macht es aus»

Giordano Meoli vom FC Lugano ist überzeugt: «Als Sicherheitsverantwortlicher ist es wichtig, kein angefressener Fussballfan zu sein. Nur mit einem gewissen emotionalen Abstand kann man die gegebenen Situationen neutral betrachten und richtig reagieren.» Und sein Kollege, Lucien Schibli von Basel United, fügt an: «Die richtige Mischung macht es aus. Fan sein hilft, gewisse Verhaltensmuster zu verstehen und dadurch rechtzeitig gewissen Tendenzen entgegensteuern zu können. Wenn man zu ‚angefressen‘ ist, kann man zu abgelenkt sein und der Überblick und die Reaktionszeit gehen verloren. Wenn man zu neutral ist, besteht die Gefahr, dass man die falschen Entscheidungen trifft.»

Und die Möglichkeit falscher Entscheidungen ist erheblich. Wie man auf Gewalt oder auf das Abbrennen verbotener Feuerwerkskörper reagieren soll, ist im Ernstfall schwer zu entscheiden. Die Verhältnismässigkeit muss gewahrt bleiben. Dazu kommt, dass sich fehlbare Fans immer öfter vermummen. «Wir haben schlicht nicht die Ressourcen, um gegen Fans mit Pyros zu intervenieren», sagt Gerold Dünki.

Nach Ausschreitungen geraten die Sicherheitsverantwortlichen nicht selten in die Kritik. So meinte ein Trainer nach dem abgebrochenen Zürcher Derby im Oktober 2011 im Blick: «Die Stadionmanager haben versagt.» Was dieser Trainer nicht sagte: Immer wenn das Sicherheitspersonal in einen Fanblock geht, um einen Pyro-Sünder festzunehmen, geht es das Risiko ein, Proteste auszulösen. Das Resultat könnte sein, dass die Situation eskaliert.

Trotz gelegentlicher Probleme hört man von SiVe Gerold Dünki kein böses Wort über die Fans. «Die Fans geben viel für den Verein. Dass die Emotionen bei einem Spiel hoch gehen, gehört einfach zum Fussball.»

Head of Safety & Security

Dominique Huber

Tel.: +41 31 950 83 00
E-Mail

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