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Vater/Sohn-Geschichten: Sutter und Zuffi

  • Zum ersten Mal lief Nicola Sutter für den FC Thun in der Startelf auf (hier im Duell mit dem Mohamed Elneny/FC Basel, links). (freshfocus)

Jeder kennt Chapuisat Senior und Junior - Pierre-Albert «Gabet» Chapuisat (34 Länderspiele) und Stéphane (103 LS/21 Tore). An diesem Wochenende sah man in interessanten Rollen zwei Söhne berühmter Väter. Gemeint sind die Familien Sutter und Zuffi.

Nicola Sutter (19) liess Trainer Urs Fischer zum ersten Mal in dessen Karriere in der Stammelf einlaufen. Im Thuner Team erfüllte er gegen den FC Basel (2:3) die Aufgabe von Luca Zuffi (24), der nun beim Gegner auflief. Beide haben einen Vater der schon für die Schweizer Nationalmannschaft spielte und waren direkte Gegner in diesem Spiel.

Sutter, mit Müller weitverbreitetster Name im Schweizer Fussball
Die Sutters sind ausser den Müllers der weitverbreitetste Familienname im Schweizer Fussball. In der SFL spielt gegenwärtig zwar nur ein einziger Müller (Servettes Roland aus Deutschland) und nur drei Sutter. Manuel Sutter ist ein Oesterreicher in Diensten des FC Vaduz, Scott Sutter ein englisch-schweizerischer Doppelbürger bei YB, Nicola Sutter ein waschechter Berner beim FC Thun. In der Nationalmannschaft spielten aber bereits 9 Müllers, ohne dass ein Verwandtheitsgrad bekannt wäre. Patrick Müller (81 LS/ex-Servette, österreichische Wurzeln) und der Luzerner Kudi Müller (41 LS) sind die Bekanntesten. Nachher folgen bereits die Sutters mit 4 Internationalen (Alain, René, Beat und Scott). Nicolas Vater war René Sutter. Was den jungen Lesern nicht unbedingt eine grosse Gedächtnisstütze ist. Dann der Name des Onkels von Nicola schon eher: Alain Sutter (62 Länderspiele für die Schweiz, das erste im Alter von 17 Jahren, 9 Monaten, dann einer der Stars der WM 1994 in den USA). Nicolas Vater, René Sutter ist der um 2 Jahre ältere Bruder von Alain. Die YB-Fans erinnern sich an ihn, denn René Sutter war Bestandteil des letzten Schweizermeister-Teams von YB 1986 (und Cupfinalsieger 1987). Er spielte auch in der Schweizer Nationalmannschaft. Wenn auch nur 2 Mal. Beide Male war auch Alain mit dabei, wie übrigens auch Papa Zuffi. Das war gegen die Tschechoslowakei (WM-Ausscheidungsspiel 1990/0:1-Niederlage), dann der unvergessene 1:0-Erfolg gegen Brasilien 1989.

Nicola Sutter auf der Suche nach einem Vornamen
Daniel Jeandupeux war Nati-Coach, und schickte Nicolas Vater René nach 55 Minuten für Onkel Alain aufs Feld. Dario Zuffi ersetzte im Laufe der Partie seinen damaligen Konkurrenten als Mittelstürmer, Kubilay Türkyilmaz (der auch das Tor gegen Brasilien erzielte). Ein dritter Sutter war gegen Brasilien noch dabei: Beat Sutter, der Solothurner des FC Basel. Der 4. Internationale ist Scott Sutter (gegenwärtig bei YB). Nicola Sutter möchte natürlich nicht nur beim FC Thun in Luca Zuffis Fusstapfen treten, sondern einmal in der Nati in jene seines Vaters und seines Onkels.

Auch Luca Zuffi muss sich noch einen Vornamen schaffen
Beim FC Basel wartet ein schweres Erbe auf Luca Zuffi. Vor genau 20 Jahren war dort sein Vater Dario Zuffi Captain und Torschütze vom Dienst (21 in 32 Runden) beim damaligen Aufsteiger FC Basel. Zuvor war er bei den Young Boys Torschützenkönig 1991 (sowie 2. hinter Kalle Rummenigge 1989). Mit dem FC Lugano gewann Vater Zuffi zudem noch den Schweizer Cup 1993. Die Zuffis kommen aus Winterthur (wo Dario bis vor kurzem noch Assistenz-Trainer war und wo auch 2 Brüder von Luca schon Challenge-League-Luft geschnuppert haben. Dario spielte als 22-Jähriger zum ersten Mal, mit 33 zum letzten Mal mit der Schweiz (3 Tore). Luca (24) hofft mit dem Schritt vom FC Thun zum FC Basel einen ersten Berufung näher gekommen zu sein.


Vater/Sohn-Duos, die es in die Nationalmannschaft gebracht haben
Soviel uns bekannt ist, gibt es nur 3 Familien, wo Vater und Sohn es in die Nationalmannschaft schafften:

Die Frigerios - Alessandro «Mucho» Frigerio, in Kolumbien geboren, 10 Länderspiele, das erste im Alter von 18 Jahren. Schweizer Meister 1941 und Cupsieger 1936 mit dem FC Lugano, 3 Mal Torschützenkönig. - Sohn Roberto «Mucho» Frigerio absolvierte ein erstes NLA-Spiel bereits mit 16 beim FC Chiasso: 2:0-Sieg gegen den FC Basel, mit dem er später das Double Cup-Meisterschaft 1967 unter Helmut Benthaus gewann. Frigerio Junior kam mit 5 Toren in einem Spiel zu Berühmtheit (1962 mit Lausanne-Sport beim 9:1 gegen den FCZ, der trotzdem Meister wurde!). Spielte an der WM 1962 in Chile (als Spieler des FC La Chaux-de-Fonds) gegen Deutschland (1:2).

Die Hertigs - Charly Hertig, als rechter Flügel trug er zu einigen der 5 Treffer Frigerios gegen den FCZ bei. 5 Länderspiele (1 Tor gegen Holland 1962). War Stammspieler bei Lausannes 7. und bisher letzten Meistertitel 1965. - Sohn  Philippe Hertig (ex-Lausanne, Lugano, Basel) brachte es nur zu 3 Länderspielen, obwohl er diese 3 alle gewann (2:0 in Israel 1987, 2:1 gegen Rumänien - mit einem Tor des gegenwärtigen Sion-Trainers Frédéric Chassot - und 2:1 gegen die USA 1990).

Die Chapuisats - Pierre-Albert «Gabet» Chapuisat, auch er ein Lausanner Urgestein. 34 Länderspiele. Er war 19jährig in anstiftender Position auch beim «Sitzstreik» der Lausanner im Cupfinal gegen den FC Basel dabei (Protest gegen den Penaltyentscheid in der 88. Minute/Basels Frigerio wurde nach 10 Minuten verletzt ausgewechselt). - Sohn Stéphane Chapuisat (103 LS/21 Tore) spielte als 17-Jähriger in der Challenge League (damals NLB) mit Malley gegen seinen Vater (bei Renens). Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund, 30 Jahre nach dem unrühmlichen «Sitzstreik» seines Vaters.

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