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Den Ball ins Rollen bringen

  • Die Surprise-Strassenfussball-Liga ist das jüngste Projekt, das die Swiss Football League unterstützt. (SFL)

Thomas Gander ist seit dem 1. Februar 2015 Verantwortlicher CSR und Prävention der Swiss Football League. Im neuen Jahresbericht erklärt der Experte, wie sich die SFL und ihre Klubs für die Gesellschaft engagieren und welches Potenzial der Fussball dafür besitzt.


Die sprichwörtlich grüne Wiese betrat ich im Februar 2015. Als neuer CSR-Verantwortlicher der Swiss Football League (SFL) offenbarte sich mir Neuland, spannendes Neuland. Schliesslich geht es um nichts weniger als die Frage, welche Verantwortung der Schweizer Fussball für die Gesellschaft trägt. Dass man mit mir einen Sozialarbeiter und nicht einen Marketing-Experten mit dieser Aufgabe betraute, deutete ich als gutes Zeichen für die Ernsthaftigkeit des Anliegens.

» Alle CSR-Projekte der Swiss Football League

Thomas Gander im Portrait
Thomas Gander (41) ist seit dem 1. Februar 2015 Verantwortlicher CSR und Prävention der SFL. Bereits vor seinem Engagement für die Liga prägte er zu einem wesentlichen Teil die Präventionsanstrengungen im Schweizer Fussball, u.a. während zehn Jahren als Co-Leiter der Fanarbeit Basel und während sechs Jahren als Geschäftsführer von Fanarbeit Schweiz. Von 2001 bis 2004 studierte der gebürtige Basler Soziale Arbeit an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

Inspiration aus Deutschland
Mein neuer Job begann mit Anschauungsunterricht. Auf einer zweiwöchigen Reise durch Deutschland besuchte ich mehrere Fussball-Klubs und lernte ihre sozialen Engagements kennen. In der Bundesliga hatte man sich schon früh mit der Thematik befasst. So gründeten der Ligaverband und die DFL 2008 die Bundesliga-Stiftung, um «die gemeinnützigen Aktivitäten des Profifussballs zu bündeln». Ausserdem erweiterten viele Klubs ihre Betriebsstrukturen mit  einer eigenen CSR-Abteilung. An dieser Stelle sei aber vorbemerkend festgehalten: Wie im sportlichen Bereich hinkt der Vergleich mit den grossen europäischen Ligen. Die Schweiz muss sich auch in Sachen Corporate Social Responsibility mit weniger Ressourcen begnügen. Dieser Umstand hat unser Land aber noch nie davon abgehalten, beachtliche Erfolge zu erbringen.

CSR beruht auf Freiwilligkeit
Eine Erkenntnis, welches ich aus Deutschland mitnahm, lautet: CSR muss auf Freiwilligkeit beruhen. Die Strategie, mit zentralistischer Tonart den Klubs Themen und Projekte aufzuerlegen, endet als Rohrkrepierer. Dann wird CSR nämlich zur Pflichtübung statt zum ernstgemeinten Engagement. In diesem Sinn auferlegt die SFL keinem Klub eine Pflicht zur Teilnahme an ihren Aktivitäten.

«WIR MÜSSEN DEN GEDANKEN DER FUSSBALL-VERANTWORTUNG IN DIE KLUBS TRAGEN»
(Thomas Gander, Verantwortlicher CSR und Prävention SFL)

Dennoch darf die gesellschaftliche Verantwortung des Schweizer Fussballs nicht einzig auf den Schultern der SFL lasten. Vertreter aller Klubs der beiden Profiligen zu einer Tagung zu vereinen, war deshalb der erste wichtige Schritt in meiner neuen Rolle. Der Kerngedanke dieser Versammlung: die Teilnehmer sensibilisieren, ihnen Wege aufzeigen und sie den Gedanken der «Fussball-Verantwortung» in ihre Klubs tragen lassen.

Die SFL agiert als Impulsgeberin
Das CSR-Konzept der SFL beruht auf zwei Ebenen. Erstens: eine jährlich wiederkehrende Themenwoche zu einem jeweils wechselnden Schwerpunkt. Sie dient als gemeinsame Plattform und bezieht, beruhend auf dem Freiwilligkeitsgedanken, möglichst alle Klubs mit ein. 2016 lancierten wir diese Idee erfolgreich mit der Themenwoche Integration unter dem Motto «Together2016». Auf der zweiten Ebene unterstützt die SFL Projekte in drei Themenfeldern: sozial benachteiligte Menschen (Surprise Strassenfussball), Menschen mit Behinderung (Radio Blind Power) und Integration (Themenwoche 2016). Diese drei Schwerpunkte setzen wir mit gemeinnützigen Organisationen um, die durch die Unterstützung der SFL in ihrer Eigenständigkeit gefördert werden. In diesem Sinn stellt die SFL nicht eine Mäzenin dar, sondern lässt gemeinnützige Institutionen an der Plattform Fussball teilhaben und davon profitieren.

Es braucht nur einen Ball
Der Fussball kann Gruppierungen, die über keine Lobby verfügen oder öffentlich zu wenig wahrgenommen werden, Aufmerksamkeit verschaffen. Er kann aussenstehende Menschen in die Gesellschaft integrieren — dafür braucht es nur einen Ball! Er kann ein Ort sein, an dem jeder Mensch gleichberechtigt teilhaben kann. Mit seiner Popularität kann der Fussball eine Vorbildfunktion übernehmen und die Brücke zum Breitenfussball schlagen. Dort, in den hunderten Vereinen in der ganzen Schweiz, treffen sich die Menschen jeglicher Herkunft und
Orientierung.

Den grössten Mehrwert von CSR-Aktivitäten erkenne ich jedoch in einem anderen Punkt. Indem die Klubs mit örtlichen Einrichtungen und Projekten zusammenspannen, vertiefen sie ihre Verankerung in der Region. Sie schaffen emotionale Brücken zu den Menschen aus ihrer Gegend und vergrössern ihre Anhängerschaft.

Den kompletten Leitartikel und alle Infos zu den CSR-Aktivitäten der Swiss Football League gibt es hier

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